AKTUALISIERT!: Helden-Epos neu interpretiert
AKTUALISIERT!: Helden-Epos neu interpretiert

AKTUALISIERT!: Helden-Epos neu interpretiert

von Maurice Arndt (NW) 

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erstellt am 28.05.2017



Schulmusical: Am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium (FvSG) wurde an zwei Abenden die Odysseus-Saga mit modernen Anekdoten von zahlreichen Schülern aufgeführt. Kinder und Jugendliche aus allen Jahrgangsstufen haben mitgemacht

Bünde. Eine „Irrfahrt wird zu einer irren Fahrt“, beschrieb Gunnar Woltering, neuer Schulleiter des FvSG, in seiner Begrüßung die Umsetzung des Musicals „Odysseus... 1.000 Inseln - Ein Ziel“ von Wulf-Henning Steffen. Quer durch alle Jahrgangsstufen hatten sich die Schüler des Gymnasiums mit der alten Sage beschäftigt. Am Donnerstag, den 11. Mai, wurde das Musical erstmals aufgeführt.

Sascha Käthler spielt die Erzählerin der Aufführung. Sie liest aus einem Buch die Rahmenhandlung vor. Die Geschichte handelt von Odysseus´ Heimfahrt nach dem Streich mit dem trojanischen Pferd - die zehn Jahre dauerte. Käthler erklärt dem Publikum, was auf der Bühne geschieht. So stellten die FvSG-Schüler zwei Erzählebenen her - nur um sie direkt zu durchbrechen. „Wo liegt denn eigentlich Troja“, fragte die Erzählerin. Die Antwort kommt prompt aus ihrem Buch: Athene, gespielt von Feline Scheffler, antwortet flapsig, dass es irgendwo zwischen der Türkei und Vorderasien liegt.

In jeder Szene haben die Darsteller einen lustigen Spruch auf den Lippen. Nachdem er von Odysseus (Bjarne Rentz) überlistet worden war, empörte sich beispielsweise Elias Kassebaum als Zyklop Polyphem über seine Niederlage mit der Aussage „Das sage ich Papa!“

In einer anderen Szene wurde wiederum die Hexe Kirke, gespielt von Miresa Mehmeti, von Odysseus und dessen Mannschaft gequält, indem diese „Atemlos“ von Helene Fischer sangen.

Besonders die vielen kleinen Anekdoten aus dem modernen Sprachgebrauch oder aktuellen Trends sorgten dafür, dass die Aufführung sehr kurzweilig und unterhaltsam war.

Nicht zu vergessen ist allerdings auch der musikalische Aspekt, der bei einem Musical natürlich nicht fehlen darf. Für die häufigsten Gesangseinlagen war der Chor verantwortlich. Beeindrucken konnten allerdings die Solos von Rentz, Alyssa Welz als Penelope und besonders Lilian Dröge als Homer sowie Angelina Gallwas als Kalypso, die auch ein Duett mit Rentz sang. Begleitet wurden die Sänger dabei von einem Orchester. Eine Trommler-Gruppe spielte während den Handlungen auf der Bühne immer wieder „Soundeffekte“ ein, die Wind oder Zauberei darstellten.

Das Musicalprojekt ging ursprünglich aus den sechsten Klassen hervor. Diese hatten sich im Musikunterricht ausführlich mit dem Thema Odysseus und dessen Sage beschäftigt. Gemeinsam hatten sie alle Chorstücke einstudiert und die Schauspiel- und Gesangsrollen auf Schüler aus allen Jahrgangsstufen verteilt.

Die Musiknummern wurden den teilnehmenden schulischen Musikgruppen entsprechend angepasst, um so ein abwechslungsreiches Klangbild erzeugen zu können.

Die Arbeit und Mühe seit November 2016 hatte sich offenbar gelohnt: Fast fünf Minuten Ovationen gab es. Belohnt wurde der Applaus von den Schauspielern mit einer Zugabe der letzten Musiknummer.

© 2017 Neue Westfälische
11 - Bünde, Samstag 13. Mai 2017

Mit folgendem Link können Sie sich Fotos und die Videoaufzeichnung vom Donnerstag anschauen. Das Video vom Freitag kann nur per DVD angeschaut werden, sprechen Sie bei Interesse ein Mitglied der Musikfachschaft an.

https://www.dropbox.com/sh/nwplyz5jxebbknf/AADai7lZj0Ejj3pqy2WlhAYHa?dl=0