Exkursion der Kunstfahrten-AG nach Köln

von Anna Lena Löwer 

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erstellt am 27.10.2008


Schon die Anreise gestaltete sich äußerst amüsant: es kam zu ersten "Kniffel"-Partien mit Frau Weber und Herrn Rinn, wobei manche prompt bisher ungeahnte Talente entdeckten. Allgemein verbrachten wir einen nicht geringen Teil des Tages in Bummelzügen, was jedoch durch die geschickten Ablenkungsmanöver unserer Betreuer nicht sehr ins Gewicht viel. Außerdem gingen verschiedenste Kunstkataloge und Prospekte in die Runde, um den von einigen vorbereiteten Referaten noch den letzten Schliff zu geben. Bei einem Zwischenstopp in Rheine wurden außerdem die örtlichen Ableger zweier wohlbekannter Fast Food-Ketten rege frequentiert um die letzten Müdigkeitserscheinungen mit reichlich "Coffee-to-go" zu bekämpfen.


In Köln angekommen, besichtigten wir zunächst den direkt am Hauptbahnhof gelegenen Kölner Dom, wobei ein AG-Teilnehmer über dieses im gotischen Stil errichtete Bauwerk referierte und auf diese Weise den anderen Touristenführern Konkurrenz machen konnte. Besonderes Interesse erweckte dabei das vom Künstler Gerhard Richter entworfene und im Jahr 2007 eingeweihte Buntglasfenster, welches sich aus verschiedenfarbigen Quadraten zusammensetzt und einen Teil der Kirche in ein ganz besonderes Licht taucht. Kurzzeitig schloss sich der Führung aus diesem Grund auch ein wissbegieriger Asiate an, dem auf Nachfrage erneut die Geschichte dieser Kreation auf Englisch dargelegt wurde.
Der nächste Programmpunkt war ein Besuch des Wallraf-Richartz-Museums, das sich auf die europäische Kunst des 13. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts spezialisiert hat. Unser erstes Ziel war hier die Sonderausstellung "Rembrandt- ein Jugendtraum", die die Sammlung Kremer, welche Werke niederländischer Malerei des 17. Jahrhunderts vereint, präsentiert. Dabei sollte der besondere Hintergrund dieser Kollektion erwähnt werden: der leidenschaftliche Kunstsammler George Kremer hatte sich seit früher Jugend einen "echten Rembrandt" gewünscht, was sich dann auch einige Gemälde und noch mehr Jahre später in Form des "Mannes mit dem Turban" erfüllte, welcher auch in diesem Museum ausgestellt ist. Die Präsentation war ebenfalls alles andere als gewöhnlich: ein niederländisches Designbüro hatte dem Ausstellungssaal einen sehr modernen Anstrich verliehen, der sehr gut mit den weitaus älteren Ausstellungsstücken kontrastierte. Nach ausgiebiger Betrachtung aller Gemälde packten wir dann schließlich unseren "Einkaufskorb", d.h. jeder stellte sein ganz persönliches Lieblingsbild vor. Das Ergebnis dieses kleinen Einkaufsbummels war ein bunter Mix aus Porträts verschiedener Adeliger, Darstellungen von Lagerfeuerszenen oder auch der Abbildung eines vom Fuchs aufgescheuchten Hühnerstalls, das der Gruppe einigen Diskussionsstoff bot.


Doch diese 48 Objekte gestatteten nur einen kleinen Vorgeschmack auf die drei oberen Stockwerke, welche noch vor uns lagen: so sind auf der Mittelalter-Etage Vertreter des 13. bis 16. Jahrhunderts versammelt, also z.B. Albrecht Dürer, wobei insgesamt Altarbilder diesen Abschnitt der Ausstellung prägen. Es folgt das zweite Obergeschoss mit der Barock-Abteilung des 17. und 18. Jahrhunderts, wo u.a. ein weiterer Rembrandt, aber auch z.B. einige Gemälde von Rubens zu bewundern sind. Den Anschluss bilden Monet, Renoir, van Gogh, Munch und viele weitere Künstler des 18. bis 20. Jahrhunderts auf der obersten Etage des Gebäudes. Während dieser Zeitreise durch die moderneren Kunstepochen Europas füllte sich unser Einkaufskorb mit jeder besuchten Etage zusehends mit allerlei Kostbarkeiten.


Nach soviel Kunst und Museumsluft war deshalb das selbstständige Erkunden der Stadt ein exzellentes Kontrastprogramm. Egal ob Shopping oder das Erklimmen der 509 (!) Stufen bis zur Turmspitze des Kölner Doms; die an diesem sommerlichen Samstagnachmittag äußerst belebte Innenstadt versprach ganz unterschiedliche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.
Gegen 18.30 Uhr trat dann schließlich eine um die Hälfte geschrumpfte Reisetruppe den Heimweg an, während die Übrigen die Vorzüge des Kölner Nachtlebens einer genaueren Betrachtung unterzogen. Doch auch die Zugfahrt war trotz der inzwischen erneut eintretenden Müdigkeit sehr kurzweilig, da zahlreiche von Fußballspielen zurückkehrende Fans die Mitreisenden mit einer großen Bandbreite von Chorgesängen, wenn auch technisch nicht immer ganz einwandfrei, unterhielten. Die grauen Zellen wurden zum Schluss noch einmal bei der Frage "In welchem Zug sitzen unsere Tickets?" reaktiviert -sie sich glücklicherweise recht schnell beantworten- bevor sich die Teilnehmer endgültig in alle Himmelsrichtungen verstreuten um andernorts noch einen passenden Ausklang für diesen gelungenen Tag zu finden.