Bünderin glänzt auf regionaler Ebene
Bünderin glänzt auf regionaler Ebene

Bünderin glänzt auf regionaler Ebene

von Nico Ebmeier (Q1, Text), Noah Grinewitzki (Q1, Fotos) 

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erstellt am 14.03.2017



Simon Scholz (Debattant), Paulina Marie Budde (Jurorin), Till Horstmeyer (Ersatzkandidat), Laura Barth (Debattantin), Verena Fischer (betreuende Lehrerin), Tim Florian Schallenberg (Juror und betreuender Lehrer)

Detmold. In den letzten Monaten haben neun Gymnasien des Bezirkes Detmold je zwei Schüler auserkoren, die am Dienstag in der Bezirksregierung Detmold ihre Debattenfähigkeit unter Beweis stellen sollten. Laura Barth und Simon Scholz vom FvSG sowie Felix Weisemann und Aaron Tacke vom Gymnasium am Markt traten für die Bünder Schulen an. Allerdings war klar, dass die Ziele klein gehalten werden mussten. Die vier Schüler aus der Jahrgangstufe EF trafen nämlich sowohl auf etablierte Debattanten als auch auf mehrere Schüler, die bereits in der zwölften Jahrgangsstufe sind. „Ein oberer Mittelfeldplatz für jeden von uns wäre schon klasse“, so Simon Scholz. Doch speziell Laura Barth erreichte Größeres.

Der Wettbewerb war in zwei Teile aufgeteilt: Zunächst musste jeder der 18 Gymnasiasten die Vorrunde überstehen, in der jeder Debattant versuchen musste, in zwei Debatten am meisten Punkte zu bekommen, um das große Finale zu erreichen. Nachdem Rolf-Victor Siedenhans, Dezernent von der Bezirksregierung Detmold, alle pünktlich um 10.30 Uhr begrüßte, konnte die Vorrunde losgehen. Siedenhans findet es besonders wichtig, dass Jugendliche lernen würden, dass eine Debatte auch gewonnen werden kann „ohne Getränke ins Gesicht des anderen zu werfen.“ „Es müsse dafür gesorgt werden, dass diese stürmischen Zeiten wieder ruhiger werden“, so Siedenhans.

Das erste Debattenthema der lautete: Sollen in Stadt- und Gemeinderäten Jugendquoten eingeführt werden? Auf der Pro- und Contraseite standen jeweils zwei Debattanten, die ihre Debattenfähigkeit vor den drei Juroren unter Beweis stellen mussten. Bewertet wurden die Sachkenntnis, das Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit sowie die Überzeugungskraft. Die Jury, bestehend aus Lehrern und ehemaligen Teilnehmern des Wettbewerbs, konnte pro Kategorie fünf Punkte vergeben, sodass jeder Debattant maximal 60 Punkte hätte bekommen können. In der Vorrunde ging es um die Frage: Sollen die Zeiten, zu denen  öffentliche Schwimmbäder ausschließlich für Frauen offen stehen, ausgeweitet werden? An der Seite von Claude-Joel César vom Ratsgymnasium Bielefeld wusste Laura Barth zu überzeugen und bekam starke 38 Punkte von den Juroren.

Nach der Mittagspause wurden schließlich die vier Finalisten bekanntgegeben. Laura Barth hatte die drittmeisten Punkte bekommen und durfte sich nun Finalistin nennen. „Das ist natürlich überragend, damit hätte keiner rechnen können“, so der betreuende Sozialwissenschaftslehrer des Freiherr-vom-Stein Gymnasiums Tim Florian Schallenberg. Allerdings war die 16-jährige nicht die einzige Bünderin im Finale. Veronika Damm vom Gymnasium am Markt hatte sich in der Vorrunde der Sekundarstufe 1 im Nebengebäude durchgesetzt. Damit waren also in beiden Finals Bünderinnen vertreten.

Das Finale der Sekundarstufe 1 befasste sich mit der Frage: Soll eine Kennzeichnungspflicht für Fleisch aus Massentierhaltung eingeführt werden? Veronika Damm debattierte gut, doch scheiterte an ihrer Nervosität. Letztendlich stand ein starker aber undankbarer vierter Platz auf dem Papier. Die beiden Sieger durften sich über ein dreitägiges Rhetorikseminar und die Teilnahme am Landesentscheid in Oberhausen freuen. Das Finalthema der Sekundarstufe 2 lautete: Soll in Innenstädten das Betteln verboten werden? Doch die Konkurrenz für die Bünderin war stark. Auf der Pro-Seite stand sie zusammen mit Brian Tissen aus Rahden. Allerdings debattierten für Contra zwei ehemalige Gewinnerinnen des Regionalwettbewerbs (beide aus der Jahrgangsstufe Q2).

Letztendlich wurde es ein starker dritter Platz. „Natürlich möchte man dann Zweite werden, doch ich bin mit dem dritten Platz sehr zufrieden“, erzählte Laura Barth nach dem Finale. Den Schlusspunkt eines ereignisreichen Tages setzte wiederum Rolf-Victor Siegenhans. Er sei begeistert darüber gewesen, was heute geschehen sei. In schwierigen Zeiten brauche die Demokratie Jugendliche, die wissen, „wie sie im Wettbewerb des Wortes bestehen können.“