Jugend debattiert – Schulfinale 2015
Jugend debattiert – Schulfinale 2015

Jugend debattiert – Schulfinale 2015

von Talea Rullkötter 

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erstellt am 16.02.2015



Foto: Nils Könemann

Debattieren? Was ist das überhaupt?! Im Duden nachgeschlagen steht „debattieren“ für erörtern, verhandeln und lebhaft diskutieren.
Nun schon zum vierten Mal in Folge debattierte, also diskutierte die Stufe EF lebhaft im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Jugend debattiert“ über politische Themen. Dazu schickten alle SoWi-Kurse ihre zwei besten Debattanten ins Wortgefecht. Jeweils zwei Pro-Vertreter debattierten gegen zwei Contra-Vertreter. Doch allerdings nicht ganz ohne Regeln: Die Debatte ist in drei Phasen unterteilt. In der Eröffnungsrunde stellt jeder seinen Standpunkt innerhalb von zwei Minuten dar. Darauf folgt die zwölfminütige freie Aussprache, in welcher sich die Debatte entfaltet und die Schüler ihr Können unter Beweis stellen. Zum Schluss bekommt jeder Debattant in einer Minute die Möglichkeit, sich noch einmal klar zu positionieren und die Streitfrage abschließend zu beantworten.
Die insgesamt zwölf Kandidaten wurden von einer Jury, bestehend aus den Vorjahressiegern (David Schütte (Q1), Antonia Kirchhoff (Q1), Madita Schröder (Q1), Marleen Thiel (Q2)) und Vertretern der SoWi-Lehrkräfte (Frau Ameling und Herr Baumann) bewertet. Als die vier Hauptkriterien zählen Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Die besten vier Debattanten traten anschließend in einem Finale gegeneinander an, um den Sieger herauszufiltern. Moderiert wurde die gesamte Veranstaltung von Herrn Schallenberg.
„Sollen Olympische Spiele nur an Staaten vergeben werden, die die Menschenrechte einhalten?“ lautete die erste Streitfrage in Runde eins und wurde von Franka Starke und Jona Schürmann auf der Pro- und Niklas Körtner mit Fynn Chapman auf der Gegenseite debattiert. Ebenso aktuell wie hitzig wurde die zweite Debatte mit der Frage: „Soll für Beschäftigte des öffentlichen Personenverkehrs das Streikrecht eingeschränkt werden?“ diskutiert. Dabei stellten Paul Lorenz und Madita Knüppe die Befürworter und Claas Rollman mit Flavio Redecker die Gegner. Die letzte Runde vor dem Finale besaß eine auf das FvSG bezogene Streitfrage: „Soll an unserer Schule die Cafeteria von einer Schülerfirma betrieben werden?“ Dabei debattierten Jan Wilhelm Busse und Philipp Heuer für die Pro-Seite und Leonie Gronau mit Maurice Hebel für die Contra-Seite.
Nach drei Debatten á 24 Minuten zog sich die Jury zur Beratung zurück. Die vier Finalteilnehmer mussten schließlich noch ausgewählt werden.
Die gesamte Jahrgangsstufe wurde versammelt, um der folgenden Debatte zu lauschen. Doch zuerst begrüßte Direktorin Frau Plöger die Schüler. Sie erzählte von David Schüttes Erfolg im letzten Jahr und dankte den Lehrkräften für ihr nicht selbstverständliches Engagement. Danach folgten die Regeln des Wettbewerbs, die Vorstellung der Jury und die Verlesung der Finalteilnehmer durch Herrn Schallenberg.
Franka Starke, Madita Knüppe, Maurice Hebel und Flavio Redecker hatten die Jury von sich überzeugt und traten im Finale gegeneinander an. Die aufgrund der Bundestagswahlen 2014 recht aktuelle Streitfrage lautet: „Soll bei Bundestagswahlen das Wahlrecht durch eine Wahlpflicht ersetzt werden?“. Die Pro-Seite wurde von Madita und Maurice vertreten, während Flavio und Franka für die Contra-Seite debattierten.  
Wahlpflicht würde zum Wahlzwang und dies widerspreche der gesetzlichen Meinungsfreiheit, so lautete das erste und stärkste Argument der Contra-Seite. Die Wahlbeteiligung gehe zurück und durch eine Wahlpflicht bekomme nicht nur jeder eine Chance sich politisch zu äußern, sondern müsse diese sogar nutzen. Die Wahl sei in anderen Ländern ein Privileg und wurde hart erkämpft. Einige wüssten dies  überhaupt nicht zu schätzen. Eine Wahlpflicht würde außerdem dazu aufrufen, sich mehr an der Politik zu beteiligen. Aber wie sähe andererseits eine Strafe aus, mit der man die Leute dazu bringt, ihre Pflichten zu erfüllen? „Eine Geldstrafe ist keine Lösung!“ meint Flavio. Eine mögliche Einigung sieht Franka in der Einführung von Enthaltungskästchen. Allerdings wäre damit mehr Aufwand und Geld verbunden. Man sollte das Prinzip einer Wahlpflicht erst einmal auf Landtagsebene ausprobieren.
Nach den Schlussstatements wird kräftig applaudiert und erneut zieht sich die Jury zum Beraten zurück. Diesmal geht es allerdings um mehr: Wer wird das FvSG vertreten, nach Detmold reisen um dort am Regionalwettbewerb teilzunehmen und als Schulsieger gekürt werden?
Die Jury kehrt zurück und nimmt wieder ihre Plätze ein. Dann verkündet Herr Schallenberg das Ergebnis: 4. Madita Knüppe, 3. Maurice Hebel, 2. Franka Starke und 1. Flavio Redecker.
„Madita, du hast dich gut geschlagen und eine hervorragende Sachkenntnis gezeigt.“, bewertete Madita aus der Q1. „Maurice, du bist rhetorisch sicher, besitzt eine große Sachkenntnis. Alles in allem ein toller Gesamteindruck.“, verriet David. „Franka, du hast schlüssig und stringent argumentiert“, meldete Antonia zurück. „Und Flavio, du besitzt ein herausragendes Fachwissen, welches du im Gespräch gut einzubringen weißt“, bewertete Marleen aus der Q2.
Alle vier Finalteilnehmer werden am 18. Februar gemeinsam mit Frau Ameling und Herrn Schallenberg nach Detmold zum Regionalwettbewerb fahren. Flavio und Franka werden dort debattieren und von Maurice und Madita als Ersatzkandidaten unterstützt.