Mit Worten gekämpft:
Mit Worten gekämpft:

Mit Worten gekämpft: "Jugend debattiert" Schulfinale 2017

von Nico Ebmeier (Q1, Text), Noah Grinewitzki (Q1, Fotos) 

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erstellt am 02.02.2017



Christoph Albert und Laura Barth Richard Kramer und Yasmin Beckemeyer Finn Walter Simon Scholz und Till Horstmeyer Eindruck der Finaldebatte Urteilsfindung der Fachjury Siegerehrung: Moderator Tim Florian Schallenberg, Simon Scholz (1.), Laura Barth (2.), Till Horstmeyer (3.), Sophia Beckemeyer (4.) Von links nach rechts: Johannes Baumann (Jury), Franka Starke (Jury), Maurice-Niklas Hebel (Jury), Sophia Beckemeyer (4.), Joshua Pepe Steinmann (Jury), Isabell Exner (Jury), Laura Barth (2.), Annette Ameling (Jury), Paulina Budde (Jury), Tim Florian Schallenberg (Moderator), Till Horstmeyer (3.), Simon Scholz (1.)

Jugend debattiert: Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase kämpfen um den Einzug in das regionale Finale in Detmold

Am Donnerstagmorgen, den 26.01.2017, wurde am Freiherr-vom-Stein Gymnasium Bünde der beste Debattierer der Einführungsphase gefunden. Nach einer überaus spannenden Finaldebatte, in der es um die Migrationsfrage ging, stellte sich Simon Scholz als Sieger heraus. Er darf zusammen mit der zweiten Siegerin Laura Barth Anfang März zu den regionalen Ausscheidungen nach Detmold fahren. Auch die beiden weiteren Finalisten Till Horstmeyer und Sophie Beckemeyer dürfen als Unterstützung mit nach Detmold. Für die Jugendlichen ging es darum, ihre Sachkenntnisse und ihr Ausdrucksvermögen zu zeigen. In den Augen der Juroren ist es besonders wichtig, dass sich die Teilnehmer im Vorfeld des Wettbewerbes ausreichend auf das Thema vorbereitet haben – und auch, ob sie sich über die gesamte Debattendistanz jederzeit angemessen, einprägsam sowie originell ausgedrückt haben. Außerdem wurde bewertet, ob die Debattiereren aufmerksam zuhören und ihre Debattenpartner ausreden lassen. Als letztes Bewertungskriterium wurde die Überzeugungskraft gewertet. Sind die Argumente der Schüler gut aufgebaut sowie ausreichend begründet? Die Teilnehmer hätten für jedes der vier Bewertungskriterien maximal fünf Punkte bekommen können. Ein perfekter Debattenteilnehmer hatte also die Chance 20 Punkte zu erreichen.

Es ist nun bereits das fünfte Mal, dass dieser Wettbewerb am FvSG durchgeführt wird. 2013 rief der Sozialwissenschaftslehrer Johannes Baumann „Jugend debattiert“ ins Leben. „Es ist einfach wichtig, dass die Schüler der Sozialwissenschaftskurse merken, dass die Unterrichtsinhalte auch in Diskussionen sinnvoll sind. Außerdem ist es eine zusätzliche Motivation, durch politische Kenntnisse einen solchen Wettbewerb zu gewinnen und die Schule auf regionaler Ebene zu vertreten“, so Baumann. Jurymitglied Paulina Budde gefalle besonders, dass die Schüler die Chance bekämen, eine politische Stellung in einer Diskussion zu vertreten.

In den sechs Sozialwissenschaftskursen der Einführungsphase wurden in den letzten Wochen kursinterne Ausscheidungen gefällt. Aus jedem Kurs wurden die beiden besten Debattiereren sowie ein im Krankheitsfall einspringender Vertreter ausgewählt. Die Struktur der Debatten war simpel: Jeder Teilnehmer hatte zu Beginn in einer zweiminütigen Eröffnungsrede Zeit seine Position zu erläutern. Darauffolgend fand die zwölfminütige Aussprache statt, in der sich beide Parteien mit ihren Argumenten konfrontieren konnten, um bestenfalls die andere Seite von der eigenen zu überzeugen. Der letzte Teil der Debatte war die Schlussrede, in der jeder Teilnehmer eine Minute Zeit hatte, seine Position endgültig darzustellen.

Zunächst wurden aus den drei Vorrundengruppen, in der sich pro Fragestellung zwei Schüler für und zwei Schüler gegen die Frage aussprachen, die vier Finalteilnehmer auserkoren. Die Jury dafür bestand aus den beiden Lehrern der Sozialwissenschaftskurse, Annette Ameling sowie Johannes Baumann, als auch aus fünf ehemaligen Siegern des Schulfinals: Paulina Budde, Isabell Exner, Franka Starke, Joshua Steinmann sowie Maurice Hebel. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Sozialwissenschaftslehrer Tim Florian Schallenberg.

Die erste der drei Vorrunden befasste sich mit der Fragestellung: „Sollen bei allgemeinen Wahlen Jugendliche schon ab 16 Jahren wählen dürfen?“ Dafür plädierten Nele Weichelt sowie Sophia Beckemeyer. Auf der Contra-Seite standen Lia Habighorst sowie Jost Settnik. Die Debatte befasste sich in der meisten Zeit darum, inwiefern Jugendliche im Alter von 16 Jahren schon reif genug seien, sich an der regionalen sowie bundesweiten Politik zu beteiligen. In der zweiten Vorrunde ging es um das Thema: „Soll das Sitzenbleiben in der Schule abgeschafft werden?“ Dafür argumentierten Christoph Albert und Laura Barth. Als Gegenpartei fungierten Richard Kramer und Yasmin Beckemeyer. Die letzte Vorrundengruppe debattierte über die Frage: „Soll auf deutschen Autobahnen ein allgemeines Tempolimit eingeführt werden?“ Auf der Pro-Seite standen Maria De Santis und Finn Walter. Dagegen diskutierten Simon Scholz sowie Till Horstmeyer. Nach längerer Diskussion berief die Jury Simon Scholz, Laura Barth, Sophie Beckemeyer und Till Horstmeyer in das Finale. Die Finalfrage lautete: „Soll die Vollverschleierung in der Öffentlichkeit in Deutschland verboten werden?“ Die Contra-Seite aus Simon Scholz und Till Horstmeyer plädierte dafür, dass ein Verbot der Vollverschleierung das Menschenrecht Gläubiger verletze, sowie dass es zu einer endgültigen Integration beitrage, religiöse Bräuche und Rituale zu legalisieren. Laura Barth und Sophie Beckemeyer hingegen sahen in der Diskussion Vollverschleierungen wie Burka und Niqab als Hürde zur Integration von Migranten sowie als ein enormes Sicherheitsrisiko auf Großveranstaltungen wie Demonstrationen oder Festivals.

Die Jury entschied sich nach 15-minütiger Diskussion. Der beste Debattierer der Einführungsphase war Simon Scholz. Er überzeugte mit seiner Wortsicherheit und seinem Ausdrucksvermögen. Zweiter Sieger wurde Laura Barth vor Till Horstmeyer und Sophie Beckemeyer.