Arbeiten im gläsernen Labor

von Dr. Jean-Marc Orth 

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erstellt am 27.01.2008



Das "Gläserne Labor" soll als naturwissenschaftliches Selbstlernzentrum für Schüler der Mittel- und Oberstufe dienen und in einem definierten Umfang von den Schülern selbst betreut und verwaltet werden. Die Freiarbeitsfläche wird von gläsernen Trennwänden umschlossen, was die Transparenz und Offenheit dieses Raums symbolisch darstellen soll. Die Schüler können sowohl Mitschüler bei ihrer Arbeit beobachten, sie können aber auch als Akteure der Freiarbeitsfläche das Interesse der Mitschüler an ihrer Arbeit wahrnehmen.
Der Raum ist multifunktional gestaltet: Durch die Einrichtung mobiler und uniform gestalteter Laboreinheiten, so genannter Variotheken, sowie die Installation von an das Schulnetz angebundenen PC-Arbeitsstationen und einer fächerbezogenen Mediothek besteht die Möglichkeit den Raum vielfältig zu nutzen: Recherchen in allen denkbaren Sozial- und Arbeitsformen, Erarbeitung von Sachverhalten bzw. Experimente zu naturwissenschaftliche Themen in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit sowie die Möglichkeit der Präsentation von theoretischen aber auch praktischen Ergebnissen in Kleingruppen oder im Plenum.


Durch das "Gläserne Labor" eröffnen sich für Schülerinnen und Schüler vielfältige Möglichkeiten, die durch alle Jahrgangsstufen hindurch die Möglichkeit bietet, Stärken und Schwächen zu fördern. Experimentellen Hausaufgaben können als externer Impuls dienen, der Schülerinnen und Schülern Gelegenheit gibt fortwährend naturwissenschaftliche Interessen neu oder wieder zu entdecken. Durch die Öffnung des "Gläsernen Labors" im Vor- und Nachmittagsbereich können Schüler im Sinne des erweiterten Erwerbs von Grundqualifikationen diese experimentelle Hausaufgaben anfertigen und so naturwissenschaftliche Fertigkeiten und Fähigkeiten in einer attraktiven Lernumgebung erlernen oder einüben. Dies spricht die Schülerinnen und Schüler auf der Ebene des angeleiteten, selbsttätigen Arbeitens an.
Die so angeeignete naturwissenschaftlich-propädeutische Vorgehens- und Arbeitsweisen können im Hinblick auf unser Kompetenzencurriculum als Zusatzqualifikation zertifiziert werden; der erworbene gestufte "Laborführerschein" berechtigt zum erweiterten selbstständigen Arbeiten im "Gläsernen Labor". Die jeweilige Stufung des Laborführerscheins gibt die Fertigkeiten der Schüler im Umgang mit Gerät, Technik sowie auch Methodik wieder.
Den interessierten Schülerinnen und Schülern soll in der fächerbezogenen Mediothek ein thematisch und nach Jahrgangsstufen sortiertes Angebot an "Experimenten à la Carte" unterbreitet werden, das sich sowohl vertiefend als auch ergänzend mit den Inhalten der einzelnen naturwissenschaftlichen Teildisziplinen aber auch mit transdisziplinären Inhalten produktorientiert befasst.
Einen besonderen Wert erlangt das "Gläserne Labor" für das Anfertigen von Facharbeiten sowie für Teilnehmer von naturwissenschaftlich-technischen Wettbewerben wie "Chemie entdecken", "Schüler experimentieren", "Jugend forscht" o. ä., da sich hier die Chance bietet frei von jeglicher Fremdsteuerung selbstbestimmt und selbstorganisiert naturwissenschaftliche Projekte und Forschung durchzuführen.
Das "Gläserne Labor" ist somit eine wertvolle Ergänzung zur bestehenden Mediothek: Schülerinnen und Schülern bietet sich eine erweiterte Gelegenheit zur Weiterentwicklung in den nicht zuletzt durch manuelle Fähig- und Fertigkeiten geprägten naturwissenschaftlich-technischen Teildisziplinen.