Parken mit Perspektive
von Felix Eisele
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erstellt am 18.05.2010
Bünde. Entnervtes Hupen, rollende Augen, minutenlanges Kreisen unzähliger Pkws - die Jagd nach frei werdenden Parkplätzen ist Bündern bestens bekannt, und auch im Rest der Bundesrepublik sorgt die oft ewid dauernde Suche nach Stellflächen vielerorts für chaotische Zustände auf den Straßen. Dass unter dieser Situation auch die CO2-Bilanz leidet ist dem Bünder Schüler Lars Wortmeier nicht verborgen geblieben.
Gemeinsam mit zwei Paderborner Schülerinnen hat der 12-jährige Gymnasiast ein Park-Leitsystem für umweltfreundliche Autos entwickelt - und ist dafür mit mit dem ersten Platz im Landesfinale von "Schüler experimentieren" belohnt worden.
Ausgangspunkt des Projekts war eine Siemens-Studie, nach der sich fast 60 Prozent aller Fahrzeuge im Stadtverkehr auf Parkplatzsuche befinden. "Das erzeugt viel Lärm und unnötig hohe CO2-Emissionen", weiß der 12-jährige Bünder - und das in Zeiten des Klimawandels. Dessen Folgen könne man schon jetzt spüren, meint Lars, "zum Beispiel bei Naturkatastrophen wie dem Sturm Kyrill". Nicht umsonst habe man sich daher im Kyoto-Protokoll auf die Verringerung des durchschnittlichen CO2-Ausstoßes deutscher Autos geeinigt.
Trotz dieser hehren Ziele seien Autos mit alternativen Antrieben noch immer Mangelware auf deutschen Straßen, hat Lars sich schlau gemacht: "Im Kreis Paderborn machen sie gerade einmal 1,5 Prozent aus". Die Lösung der Problematik liegt für Lars und seine Gefährtinnen Verena Hunstig und Miriam Löcke auf der Hand: es müssen mehr Anreize zum Kauf alternativer Fahrzeuger geschaffen werden. "So kam uns die Idee einer Belohung für umweltfreundliche Autos durch bessere Erreichbarkeit von Parkplätzen", sagt der Schüler.
Das Prinzip des erdachten Systems ist denkbar einfach: per SMS können Fahrer ihren Parkwunsch samt Zeit und Ort versenden, ein Leitstellenrechner überprüft eigens eingerichtete "Eco Areas" in den Parkhäusern nach freien Plätzen und reserviert die entsprechenden Stellflächen. An den Schranken der Einfahrten werden die Autos schließlich auf tatsächliche Umweltfreundlichkeit überprüft.
Eine gute Idee, befand auch die Jury des Wettbewerbs "Schüler experimentieren" und zeichnete das System mit dem ersten Platz im Landesfinale aus. Ob das Projekt "Eco Area" allerdings in die Tat umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. "Wir haben die Bürgermeister mehrerer Städte angeschrieben", erzählt Lars stolz. Bislang haben nur die Stadtoberhäupter von Osnabrück und Kiel geantwortet, Letzterer hat die Idee sogar schon an den örtlichen Verkehrsausschuss weitergeleitet. "Die anderen Antworten lassen noch auf sich warten".
© 2010 Neue Westfälische
Bünder Tageblatt, Samstag 15. Mai 2010
