Alles ist nur ein Spiel
Alles ist nur ein Spiel

Alles ist nur ein Spiel

von Thorsten Mailänder 

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erstellt am 11.02.2016



Foto: Leonie Meißner Foto: Leonie Meißner Foto: Leonie Meißner Foto: Leonie Meißner Foto: Leonie Meißner Foto: Leonie Meißner Foto: Leonie Meißner Foto: Leonie Meißner Foto: Leonie Meißner

Bünde. An zwei Abenden war im Forum der Erich-Kästner-Gesamtschule das Stück "San Monto" zusehen. Hierbei handelt es sich um ein Theaterstück des Literaturkurses Q 2 des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, dem Abiturjahrgang 2016, das die Schüler aus ihren eigenen Inspirationen niedergeschrieben haben. "Die Idee der Handlung entstand vor etwa einem halben Jahr", sagt Lukas Lüneburg als Pressesprecher. Die Proben hätten vor drei Monaten begonnen. "Am letzten Wochenende waren wir 18 Stunden im Einsatz, um alles zu testen." Die Aufführung war gespickt mit schnell wechselnden Bühnenbildern. Sehr gelungen war eine Außenszene, die in Bieren im Wiehengebirge mit etwas Schnee gedreht worden war und per Videoclip eingespielt wurde. Die Geschichte spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft und einem nicht allzu fernen Land, das von gewinnsüchtigen Kapitalisten beherrscht wird. Dem Volk wird ohne dessen Wissen die chemische Droge "Glumblakk" verabreicht. Sie macht die Leute gefügig. Die Herrschenden haben ein System geschaffen, in dem es friedlich und gewaltfrei zugeht. Fast das gesamte Volk hat sich mit der Tristesse und der Emotionslosigkeit abgefunden. Arbeiten, essen und schlafen: So sieht der öde Tagesablauf aus, Glumbakk sei Dank. Doch es gibt einige "Immuninaten", die der Droge nicht zugänglich sind. Sie sind in den Augen des Regimes Terroristen und gehören eliminiert. Die mutigen Frauen Audrey (gespielt von Jördis Dreinert) und Estevan (Leona Pietras) wollen zusammen mit Kevin (Sönke Oberschmidt) das Volk aus ihrem traurigen Leben herausholen. Sie finden heraus, dass das Trinkwasser mit der Droge verseucht ist. "Das Wasser ist dirty!" ruft Kevin und fällt in den Fluss. Kevin wird zu Aquaman und kann sich verflüssigen. Ihm gelingt es, die Wasserversorgung mit "Windows 10" zu kappen. Die schwerbewaffneten Posten (Lukas Lüneburg und Jannick Meyer) des Präsidenten (Tobias Kämpfer) geben sich nicht vorzeitig geschlagen.Es kommt zu einigen Schusswechseln mit Schnellfeuerwaffen, der Präsident kommt zu Tode. Offiziell wird im Radio von einem Flugzeugabsturz berichtet. Vize-Präsident James (Laura Sieks), bisher dem Präsidenten treu ergeben, übernimmt die Macht und schlägt sich opportun auf die Seite von Audrey und ihren Freunden, die ihr Land erfolgreich von den Tyrannen befreit haben. Audrey alias Jördis Dreinert dankte in ihrem Schlusswort besonders dem begleitenden Lehrer Daniel Eisenhardt für seine Hilfe. Eisenhardt musste schon in der allerersten Szene eingreifen, als der Erzähler Matthias Holtkamp wegen der Dunkelheit nicht hinter dem Vorhang hervor fand. Die Laienschauspieler freuten sich über zweimal 150 Zuschauer im Ennigloher Forum. Zur Uraufführung des Stückes "San Monto - Das Wasser ist dirty" am Montag war Schulleiterin Heike Plöger zugegen und lobte das Werk der Q 2 als große Bereicherung für die Schule.
 
© Neue Westfälische, 11.02.2016