Tolle Leistungen beim Vorlesewettbewerb 2011
von Jonas Gabriel (7b)
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erstellt am 16.12.2011
Am 14.12.2011 fand wie jedes Jahr der schulinterne Vorlesewettbewerb der 6. Klassen statt. Daran nahmen die Klassensieger der Klassen 6a-f teil. Zuerst stellten die Schüler (nach ausgeloster Reihenfolge) ein Buch eigener Wahl vor und lasen daraus eine spannende oder lustige Textstelle vor. Somit war die erste Hürde geschafft, denn trotz Aufregung und Nervenkitzel haben alle sehr gut gelesen und konnten gestärkt durch den Applaus und die Anfeuerungsrufe ihrer Mitschüler beruhigt in die nächste Runde gehen.
In der Pause, die nach der Hälfte der Veranstaltung stattfand, führte die Klasse 6b ein lustiges Theaterstück von Till Eulenspiegel vor. Dieses kam sehr gut an und brachte den Beteiligten eine Menge Beifall ein. Auch die Musikklasse hat mit einem flott geblasenen Stück zur Abwechslung aller beigetragen. Während der Pause war die Spannung natürlich ein wenig gestiegen.
Nachdem die Musikklasse 6f ihr Stück gespielt hatte und auch dafür kräftig applaudiert wurde, stellte Frau Dietershagen das Buch ``Rennschwein Rudi Rüssel‘‘ vor, aus dem nun alle Klassensieger eine ihnen unbekannte Textpassage vorlesen mussten. Alle Schülerinnen und Schüler überzeugten auch hier wieder entweder durch eine hervorragende Betonung, unterschiedliche Stimmen, kaum verhaspelte und flüssige Textstellen oder eine tolle Ausstrahlung.
Die Entscheidung fiel allen beteiligten Jurymitgliedern sehr schwer, doch nach reiflicher Überlegung wurde Nina Tissen aus der Klasse 6a als Schulsieger festgelegt. Die Plätze 2 und 3 gingen an Niklas Rockteschel und Claas Neuhaus aus der Klasse 6b und 6c. Nina Tissen nimmt im Februar 2012 beim Kreisentscheid in Herford teil.
In der Bünder Zeitung erschien am 16.12.2011 folgender Artikel:
Im Vorlesen spitze
Sechstklässlerin Nina Tissen ist Schulsiegerin des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums
Bünde (vin). Nina Tissen (12) aus Bünde verschlingt Bücher wie Gleichaltrige Seifenopern im Fernsehen. Das hat sich ausgezahlt. Beim Vorlesewettbewerb unter den sechsten Klassen des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums hat sie sich ganz nach oben gelesen. Im Februar tritt sie auf Kreisebene gegen die anderen Schulsieger an.
Fünf Minuten hat Nina Tissen am Mittwoch vor einer vierköpfigen Jury vorgelesen - aus dem Buch von Armin Schmidt »Wer bist du, Nina?«. Ihre Wahl fiel jedoch nicht auf dieses Buch, weil eine Nina die Hauptrolle spielt, sondern weil es eines ihrer Lieblingsbücher ist. Nina: »Die Geschichte ist sehr spannend. Und es dreht sich um Freundschaften«, sagt die Zwölfjährige.
Bevor die Gymnasiastin mit dem Vorlesen begann, hat sie kurz eine Einführung in die Geschichte gegeben. »Diese Einführung fließt in den Bewertungspunkt Textverständnis ein«, erklärt die Deutsch- und Sportlehrerin Sabine Dietershagen. Sie hat gemeinsam mit ihren Kollegen Janina Schilling und Jan Kampmann den Vorlesewettbewerb am Gymnasium organisiert.
Neben dem Textverständnis und der -gestaltung bewerteten die Experten auch die Lesetechnik. Vor dem Spiegel hat Nina nicht geübt. Zur Vorbereitung auf den Wettbewerb hat sie sich nur für die Einleitung Stichpunkte auf Karteikarten gemacht und die Zeit ihrer ausgewählten Textpassage gestoppt. Sie durfte nämlich wie ihre Mitbewerber nicht länger als fünf Minuten vorlesen. »Ein paar Mal habe ich die Textstelle laut vorgelesen und mir überlegt, wo ich wie betone«, sagt die Schülerin.
Nina war aber auch ohne viel zu üben gut vorbereitet: »Um ein Buch durchzulesen, brauche ich ein bis zwei Tage.« Von so viel Lesehunger ist nicht nur ihre Deutschlehrerin begeistert. »Meine Mutter findet das sehr gut. Sie sagt immer, dass Lesen bildet.«
Dem kann ihre Lehrerin nur zustimmen. »Beim Lesen wird der Intellekt geschult, der Wortschatz erweitert, die Fantasie angeregt und die Kreativität gefördert. Das sind entscheidende Argumente dafür, sich nicht immer von den neuen Medien berieseln zu lassen«, sagt Sabine Dietershagen. Aus diesem Grund unterstützt das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium seine Schüler dabei, die Lesekompetenz möglichst frühzeitig zu entwickeln und auszubauen. Der Vorlesewettbewerb ist ein Baustein dieses Konzeptes.
Mit Blick auf das Leseverhalten der Jungen sieht die Deutschlehrerin bereits eine Veränderung: »Seit ein paar Jahren lesen viel mehr Jungen in ihrer Freizeit als früher. Das ist eine gute Entwicklung.« Und auch beim Wettbewerb am Gymnasium sieht man, dass Lesen nicht nur Mädchen-Sache ist. Immerhin haben drei Mädchen und drei Jungen den Klassensieg errungen. Nina Tissen hat sich im Schulfinale gegen Niklas Rockteschel, Claas Neuhaus, Marvin Westerhold, Greta Voss und Lea Sasse durchgesetzt.
Im Februar muss sich die Zwölfjährige dann auf Kreisebene behaupten. Wenn sie dabei gewinnt, würde die Bezirks-, dann die Bundeslandebene und als letztes das Finale auf Bundesebene auf sie warten. Aber so weit denkt Nina noch nicht. Denn bis dahin werden noch einige Bücherseiten durch ihre Hände gegangen sein.
Erstabdruck: Bünder Zeitung, 16.12.2011
