Mathematik und Naturwissenschaften

Mathematik und Naturwissenschaften



Grundkenntnisse und Grundqualifikationen vermitteln

 

Konzeption und gegenwärtiger Stand


Integrierter naturwissenschaftlicher Unterricht in den Jahrgängen 5 und 6

Im Rahmen angewandter lernmethodischer Konzepte liegt ein Schwerpunkt der Arbeit im Bereich der Naturwissenschaften in der Förderung eines schülerorientierten und handlungsorientierten Unterrichts. Der organisatorische Rahmen, in dem dieses Konzept in der Erprobungsstufe unterrichtlich umgesetzt wird, ist der des integrierten naturwissenschaftlichen Unterrichts im Fach Naturwissenschaften 5/6 im Umfang von jeweils 4 Wochenstunden.
Der Unterricht in diesem Fach verfolgt das Ziel der Vermittlung einer naturwissenschaftlichen Grundbildung für alle unsere Schülerinnen und Schüler. Er ist gekennzeichnet durch eine ganzheitliche Bearbeitung naturwissenschaftlicher Phänomene aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler und orientiert sich damit an Themen mit einer die Fächer übergreifenden Bedeutung.
Zu diesem Zweck wurde in der Schule im Rahmen der Beteiligung am BLK Modellversuch SINUS Transfer ein ausführliches Hauscurriculum für die Jahrgangsstufen 5 und 6 erarbeitet, welches sich an der Umsetzung der in den nationalen Bildungsstandards formulierten naturwissenschaftlichen Kompetenzen orientiert und das Erreichen vergleichbarer Standards am Ende der Jahrgangsstufe 6 gewährleistet.

Hinweise zu weiterführenden Informationsquellen:
Hötger, M./Ransiek,J.: NAWI in Klasse 5 – ein Ansatz mit positivem Zwischenergebnis. In: Almanach FvSG 2004
Ruhbach, M.; Knollmann, L.; Meier, Chr.: Blind Confidence – oder: Der Tag an dem sich alles verändert. In. Almanach FvSG 2005
Blumenthal,S.; Ransiek,J.: Der lange Weg nach Süden – Zugvögel im Physikunterricht der Orientierungsstufe. In. Unterricht Physik, Heft 94, Seelze, Friedrich-Verlag Juni 2006.


Stärkung des experimental-praktischen Unterrichts in den Naturwissenschaften

Ansätze zur Stärkung des experimental-praktischen Unterrichts finden sich bereits im Konzept des integrierten naturwissenschaftlichen Unterrichts der Jahrgangsstufen 5 und 6 wieder. Sie haben zum Ziel, das Interesse und die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler für naturwissenschaftliche Fragestellungen als Voraussetzung für den Erwerb vielfältiger Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten in diesem Bereich zu entwickeln. Gleichzeitig wird den Schülerinnen und Schülern eine fundierte Basis an methodischen Grundqualifikationen vermittelt, auf die im weiteren Verlauf der Schullaufbahn aufgebaut werden kann. Die im Bereich der Jahrgangsstufen 5 und 6 zur Anwendung kommenden methodischen Verfahren lassen sich auf den Ebenen selbsttätiges- bzw. selbstorganisiertes Lernen im Rahmen der Progressionsstufen selbstständigen Lernens einordnen.
Auch in den Jahrgangsstufen 7 – 10 sowie in der gymnasialen Oberstufe werden den Schülerinnen und Schülern durch einen hohen Anteil praktischer Arbeiten diese Grundqualifikationen weiter vermittelt und vertieft, so dass sie dazu angeregt werden, bestehende individuelle Begabungen und Stärken in Mathematik und den Naturwissenschaften zu erkennen und im Bereich der individuellen Förderung weiter auszubauen (s. Kap. 2.1).


CAS (Computer-Algebra-System)

Die Entwicklung des CAS-Einsatzes im Mathematikunterricht begann mit dem Programm Maple in Leistungskursen der Oberstufe. Dort wurde bereits in zwei Leistungskursen das System in der Form eingesetzt, dass der Einsatz während der ganzen Qualifikationsphase, einschließlich der Klausuren und Abiturarbeiten, möglich und nötig war.
Im Rahmen der Landesinitiative MUMM wurde das Programm MuPAD eingeführt und der Einsatz auf die Jahrgangsstufen 7 bis 10 erweitert. In diesen Stufen sind Unterrichtsreihen zu den Themen Umformung von Gleichungen, Zeichnen von Funktionsgrafen und Anwendung der Exponentialfunktion entwickelt und verpflichtend im Schulcurriculum verankert worden.


Känguru-Wettbewerb Mathematik

Seit dem März 2002 nimmt unsere Schule bereits an dem europäischen Mathematik-Wettbewerb „Kangourou des Mathématiques“ teil. Dieser ursprünglich aus Australien stammende multiple-choice-Test eignet sich durch seine anregenden, heiteren und oft unerwarteten Aufgaben in besonderem Maße dazu, das Interesse am mathematischen Denken und Problemlösen zu fördern.
Neben diesen motivationsbezogenen Überlegungen gibt es aber auch ganz pragmatische Gründe für die Teilnahme. Die Beschäftigung mit ungewohnten, extern gestellten Aufgabenformaten, die allen Schülerinnen und Schüler einer Altersgruppe zeitgleich zur Bearbeitung vorgelegt werden, fügt sich nahtlos in die aktuelle Schulentwicklung, in der die zentralen Prüfungen wie die Lernstandserhebung (in Stufe 8), die zentralen Abschlussprüfungen (am Ende der Stufe 10) und schließlich das Zentralabitur ab dem Schuljahr 2006/2007 eine wesentliche Rolle spielen. Der Känguru-Wettbewerb stellt somit eine wichtige Trainingsmöglichkeit für unsere Schülerinnen und Schüler dar.
Aus diesem Grund hat die Schulkonferenz im Jahr 2004 beschlossen, dass zukünftig alle Klassen der SI verbindlich an diesem Wettbewerb teilnehmen.

Hinweise zu weiterführenden Informationsquellen:
Mahle, Th.: Bünder Beuteltiere – Kangourou des Mathematiques 2004. In Almanach FvSG 2004.
Mahle, Th.: Der Wettbewerb „Le Kangourou des Mathematiques“ 2005. In. Almanach FvSG 2005.

 

Weitere Entwicklung und Perspektiven


Kontinuierlicher Unterricht in den Naturwissenschaften

Ein Entwicklungsaspekt im Rahmen der weiteren Schulentwicklung wird mit der o.g. Zielformulierung eines kontinuierlich erteilten Unterrichts in den naturwissenschaftlichen Fächern in den Jahrgangsstufen 7 – 10 beschrieben. Langfristige Bemühungen zielen darauf ab, den Schülerinnen und Schülern einen durchgängigen Unterricht in den drei naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Physik und Chemie zu ermöglichen. Das in den derzeitigen Stundentafeln der SI in NRW anzutreffende Aussetzen einzelner Fächer in bestimmten Jahrgangsstufen hat sich für die Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler sowie für deren fachliche Qualifikation als hinderlich herausgestellt.
Ein erster Schritt der Umsetzung ist mit dem Ansatz eines integriert unterrichteten naturwissenschaftlichen Unterrichts in den Jahrgangsstufen 5 und 6 bereits erfolgt. Dieser ganzheitlich angelegte Unterricht berücksichtigt bereits altersgemäß biologische, chemische sowie physikalische Aspekte.


Fördermaßnahmen zur Aufarbeitung mathematischer Defizite am Ende der Sekundarstufe I

Durch die veränderten Rahmenbedingungen (Lernstandserhebungen, zentrale Abschlussprüfungen) sieht das FvSG die Notwendigkeit, dass Schülerrinnen und Schülern Unterstützungsmöglichkeiten angeboten werden, um Defizite sowohl selbstorganisiert als auch angeleitet aufzuarbeiten. Während das angeleitete Üben Hauptbestandteil des Förderkonzeptes ist, soll Schülerinnen und Schülern im Fachbereich Mathematik Selbstlernmaterial zur Aufarbeitung von Defiziten zur Verfügung gestellt werden.
Aus diesem Grund beteiligt sich die Schule seit Beginn des Schuljahres 2005/06 am Projekt 3 („selbstständiges Lernen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht“) des BLK Modellversuchs Sinus Transfer. Das FvSG arbeitet in einer Arbeitsgruppe aus acht nordrhein-westfälischen Schulen an Bausteinen, um Schülerinnen und Schülern wichtige Inhalte des Mathematikunterrichts der SI übersichtlich zusammenzufassen und geeignete Übungen anzubieten. Die geplanten Bausteine sollen sowohl aus Printmedien als auch aus internetgestützten Aufgaben bestehen.
Ziel ist es, dass zum Schuljahresende 2005/2006 erste Bausteine vorliegen, die dann mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 10 und 11 erprobt werden können.

 

Besondere Interessen wecken und fördern

 

Konzeption und Gegenwärtiger Stand


Arbeitsgemeinschaften

Der Lernbereich Mathematik/Naturwissenschaften bietet eine Reihe von Arbeitsgemeinschaften an, die darauf angelegt sind, die Entwicklung von Interessen und individuellen Schwerpunktsetzungen anzuregen und zu fördern.
 

AG Inhalte
Allgemein  
Bachfreunde/praktischer Naturschutz In der AG Bachfreunde/praktischer Naturschutz wird das Leben der Tiere und Pflanzen im weiteren Umfeld der Schule erkundet und die Artenvielfalt dokumentiert, wobei besonders die Gewässer untersucht werden (z.B. Gewinghauser Bach). An geeigneter Stelle werden praktische Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der dort vorkommenden Lebewesen durchgeführt (z.B. Pflege von Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse, Insekten, usw.)
Chemie Die Schüler werden unter Anleitung in kleinen Gruppen mit wichtigen chemischen Stoffen und Laboratoriumstechniken vertraut gemacht. Dabei führen sie Versuche aus ihrer Lebens- und Erfahrungswelt selbstständig durch und stellen u.a. eigene Kosmetika und harmlose Heilmittel her.
Chemie-Wettbewerbe & Jugend forscht Die AG „Chemie-Wettbewerbe & Jugend forscht“ bietet SchülerInnen aller Jahrgangsstufen die Gelegenheit, an bundes- bzw. landesweiten Wettbewerben mit eigenen, selbständigen oder vorgegebenen und angeleiteten Projekten aus dem Bereich der Chemie teilzunehmen. Der Phase der Erforschung und Erprobung schließt sich eine Präsentation vor einer fachkundigen Jury außerhalb der Schule an.
PC-Bildverarbeitung Übungen zur Anwendung neuer Medien im Naturwissenschaftlichen Unterricht mit den Arbeitsfeldern digitale Photographie, Bilderverarbeitungen und Bilderpräsentationen.
  Diese AG richtet sich in erster Linie an Schüler aus den Jahrgangsstufen 6, 7 und 8, die keine oder wenige Erfahrungen mit den Techniken der digitalen Bilderbeschaffung, Bilderverarbeitung und Bilderpräsentation haben. Auf der Grundlage der PC-Programme „Corel Draw“ und „Corel Photo-Paint“ werden vielfältige Möglichkeiten der Anwendung kennen gelernt, ausprobiert und geübt, mit dem Ziel einzeln und in Partnerarbeit Methoden der Bildgestaltung kreativ umzusetzen, was auch für Präsentationen in allen anderen Unterrichtsfächern von Nutzen sein kann.
Mathematisch  
Mathe-Training Wiederholungen, Ergänzungen und Übungen zu Themen der SI, z.B. Lösen von Gleichungssystemen, Eigenschaften von Funktionen (besonders Winkelfunktionen und Exponentialfunktionen), Gleichungen, Körperberechnungen (Volumen und Oberfläche) und Verknüpfungen mit aktuellen Problemen in der Stufe 12 (Extremwertaufgaben, Ableitungen…).
Förderung mathematischer Begabungen in Stufe 5 Auf der Basis eines problemorientierten Zugangs werden mathematische Aussagen altersgemäß begründet und soweit wie möglich selbständig entdeckt. Die erworbenen Kompetenzen können in Mathematik-Wettbewerben angewendet werden.
Förderung mathematischer Begabungen in Stufe 9/10 In der AG werden Strategien zum Lösen niveauvoller mathematischer Probleme entwickelt, die im Schulunterricht i.a. nicht auftreten. Sie stammen u.a. aus den Gebieten der Zahlentheorie und diskreten Mathematik.
Relativitätstheorie Es werden mathematische und physikalische Grundlagen der speziellen Relativitätstheorie Albert Einsteins diskutiert. Ein wichtiges Hilfsmittel ist dabei ein Lehrbuch des Physik-Nobelpreisträgers Max Born.
Technisch  
Homepage Die AG hat sich zur Aufgabe gemacht, beginnend mit der 7. Klasse systematisch Kenntnisse zum Webdesign und zur Programmierung von Webseiten zu vermitteln. Neben der digitalen Bilderverarbeitung und der HtmL-Programmierung spielt daher auch die Vermittlung von Kenntnissen in der Skriptsprache PHP eine zentrale Rolle, um bei der Gestaltung der schulischen Homepage unter www.fvsg-buende.de mitzuwirken.


Wahlpflichtbereich I (Differenzierung)

In den Jahrgangsstufen 9 und 10 haben die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Wahlpflichtbereichs die Möglichkeit, eine erste Schwerpunktsetzung in ihrer Schullaufbahn vorzunehmen. Hier bietet die Schule eine Reihe unterschiedlicher Differenzierungskurse an, die nach den jeweiligen Interessen und Stärken von den Schülerinnen und Schülern frei gewählt werden können. Der Zeitrahmen für den Wahlpflichtbereich umfasst in beiden Jahrgangsstufen jeweils 3 Wochenstunden.

Liste des Differenzierungsangebots für den Lernbereich Mathematik/Naturwissenschaften

1. Mathematik/Informatik
In dem ersten Unterrichtsjahr werden alltägliche Probleme mit Methoden der linearen Optimierung modelliert und gelöst. Im zweiten Jahr wir in die Technik des Programmierens eingeführt.

2. Physik/Informatik
Je nach Interessenlage wird eine Auswahl aus folgenden Themen behandelt:1. Elektronik: Bau einfacher Schaltungen2. Planung und Realisation von Computerbasierten Steuerungen3. Segeln und Fliegen4. Astronomie

3. Biologie/Erdkunde/Chemie
Untersuchung stadtökologischer Fragestellungen am Beispiel Bündes. Ziel der Behandlung der jeweiligen thematischen Aspekte ist es herauszuarbeiten, wie die Veränderungen der Stadt durch die Wahrnehmung der Daseinsgrundfunktionen so gestaltet werden können, dass ein sinnvoller Ausgleich zwischen anthropogener Nutzung und Erhaltung der ökologischen Leistungsfähigkeit des Stadtökosystems gegeben ist. In einem anderen Zusammenhang steht das Thema Wasser im Mittelpunkt der Betrachtung (sowohl aus ökologischer Sicht als auch als Bestandteil unseres Körpers).


Kombikurse Mathematik/Physik

In der Jahrgangsstufe 11 sind die obligatorischen Inhalte der Mathematik (Differenzialrech-nung/Statistik) mit den Themen der Physik (Kinematik und Dynamik/Messdatenauswertung) eng verbunden. Um diese inhaltliche Nähe auch organisatorisch herzustellen, werden für diese Jahrgangsstufe schüler- und lehreridentische Mathematik- und Physikkurse gebildet. Dadurch werden zum einen mathematisch notwendige Verfahren rechtzeitig für den Physikunterricht bereitgestellt, zum anderen stehen für die in diesen Kursen ausschließlich vorhandenen physikalisch interessierten Schülerinnen und Schüler automatisch optimale Anwendungsbereiche zur Verfügung. Dieses im Schuljahr 2000/01 erstmals durchgeführte Konzept hat erheblich dazu beigetragen, dass seit dieser Zeit jährlich ca. 25 Schülerinnen und Schüler das Fach Physik als Leistungskurs wählen.


teutolab®-Betreuung

Über die Beteiligung des FvSG im Rahmen des teutolab-Netzwerks der chemischen Fakultät der Universität Bielefeld werden bereits Grundschüler in einfache naturwissenschaftliche Fragestellungen eingeführt. Zu diesem Zweck werden 3. und 4. Klassen der Grundschulen aus dem Einzugsgebiet zu Experimentiernachmittagen in das Schülerlabor unserer Schule eingeladen). Ziel ist es, auch hier bereits eine Motivation der Schülerinnen und Schüler für naturwissenschaftliche Fragestellungen zu entwickeln sowie Hemmungen und Barrieren im Umgang mit den Naturwissenschaften abzubauen bzw. erst gar nicht entstehen zu lassen. Zudem soll den Schülerinnen und Schülern der Blick für naturwissenschaftliche Phänomene und Fragestellungen geöffnet werden. Die Grundschulklassen werden von Schülerinnen und Schülern der Stufen 9 und 10 betreut. So haben diese bereits Gelegenheit, erste Erfahrungen als Lehrende zu sammeln und so erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten an andere Schülerinnen und Schüler weiterzugeben.
Die Schülerinnen und Schüler werden dazu zunächst von einer Lehrkraft auf ihre neue Rolle vor-bereitet, indem mit ihnen die von den Grundschülern zu absolvierenden Versuche entwickelt sowie Hilfestellungen und altersgemäße Erklärungsansätze erarbeitet werden, bevor sie die Arbeitsgruppen der Grundschüler verantwortlich anleiten und betreuen.

Hinweise zu weiterführenden Informationsquellen:
Thye, G.: teutolab. In. Almanach FvSG 2004.
Thye, G.: Das teutolab. In. Almanach FvSG 2005.


Anwendungsbezogenes Lernen mit außerschulischen Partnern (KURS)

KURS (Kooperationsnetz von Unternehmen der Region und Schulen im Kreis Herford) ist eine Initiative des regionalen Bildungsbüros im Kreis Herford. Das regionale Bildungsbüro kooperiert in dieser Initiative u.a. mit der Wirtschaftsinitiative des Kreises Herford und dem Regionalen Bildungsbüro des Kreises.
Die Initiative ist auf nachhaltige Entwicklung konkreter Praxisbeziehungen in der regionalen Bildungslandschaft mit größerer Berufs- und Praxisnähe angelegt. Sie entwickelt neue Formen der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung, verbessert die Berufsausbildung und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des regionalen Wirtschaftsstandorts. Kernstück des Konzeptes sind individuelle Kooperationsvereinbarungen jeweils einer weiterführenden Schule mit einem Unternehmen in der Nachbarschaft. In Form unterschiedlicher Aktivitäten beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer mit den Produkten und Strukturen, den Produktions- und Marketingprozessen ihres Partnerunternehmens.
Das FvSG kooperiert im Rahmen des Projektes KURS mit der Firma imperial, einen Hersteller von Küchen-Elektrogeräten und Großküchenanlagen. Imperial ist ein Tochterunternehmen der Miele-Gruppe.
Im Bereich Naturwissenschaften wurden u.a. folgende Kooperationsprojekte durchgeführt:

Jahrgangsstufe 9, Differenzierung Biologie/Chemie, 2. Schulhalbjahr
Untersuchungen am Dampfgarer: Anfertigung kleinerer Facharbeiten

Jahrgangsstufe 10, Arbeitsgemeinschaft Physik
Durchführung von vergleichenden Untersuchungen des Energieverbrauches verschiedener elektronischer Kochgeräte unter Berücksichtigung des Geschmacks der fertigen Gerichte

Jahrgangsstufe 12, Projekt
Untersuchung zur Feststellung des Vitamin-C-Gehaltes verschiedener Gemüse

Jahrgangsstufe 12, Facharbeiten
Vergleichende Untersuchung des Vitamin-C-Gehaltes von Paprika bzw. Brokkoli in Abhängigkeit vom Garprozess

Jahrgangsstufen 9, 12, Biologie
Umweltschutz: Abwasserreinigung und Wasserkreislauf


Weitere Entwicklung und Perspektiven


Roberta

Zur Stärkung der naturwissenschaftlich-technischen Fähigkeiten unserer Schülerinnen und Schü-ler ist das FvSG eine Kooperation mit dem Regionalen Bildungsbüro Herford zur Errichtung von „Roberta-Werkstätten“ eingegangen. In diesem Zusammenhang wurden schon Kursleiter durch das Fraunhofer Institut fortgebildet, um entsprechende Robertakurse anleiten zu können.
Das Projekt "Roberta" nutzt die Faszination von Robotern um Schülerinnen und Schülern Informatik, Technik und Naturwissenschaften spannend und anwendungsnah zu vermitteln. Ziel ist, das Selbstvertrauen der Jugendlichen in ihre technischen Fähigkeiten zu stärken, falsche Vorstellungen zu überwinden und so letztlich ihr Interesse für technische Fächer und Berufe zu wecken.
Ein erster Schritt ist durch die Einrichtung einer Roberta-AG mit Beginn des Schuljahres 2005/2006 vollzogen worden. Zu Beginn des Jahres 2006 soll die „Roberta-Werkstatt“ am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium eingerichtet werden. Dabei sollen auch mögliche
Einsatzgebiete von Lego-Robotern „Roberta“ im Schulalltag erprobt werden.


Eltern experimentieren mit ihren Kindern

Es ist ein aufschlussreiches Ergebnis internationaler Vergleichsstudien, dass Schülerinnen und Schüler v.a. dort überdurchschnittliche Leistungen erbringen, wo zwischen Schule und Elternhaus eine gute Verständigungsbasis besteht und die Arbeit in der Schule im Elternhaus positiv aufgenommen und unterstützt wird.
Diese Erkenntnis wird in einem konkreten Projekt genutzt:
Das FvSG bietet seit Beginn des Schuljahres 2005/2006 für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 zusammen mit ihren Eltern ein naturwissenschaftliches Experimentierpraktikum an. In diesem Praktikum führen die Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern gemeinsam einfache Experimente mit konkretem Alltagsbezug durch.
Die bisherigen Erfahrungen und Rückmeldungen der Teilnehmer sind durchgehend positiv, so dass die Überlegung besteht, diese Praktika als festen Bestandteil in das Schulleben zu integrieren.

 

Organisationsstrukturen und äußere Rahmenbedingungen


Die Lernumgebung

Das Schülerlabor

Die in den Kapiteln 1 und 2 beschriebenen Konzepte erfordern eine ansprechende Lernumgebung in der die didaktischen Schwerpunktsetzungen bestmöglich umgesetzt werden können. Um die Konzeption einer Stärkung des experimental-praktischen Unterrichts im Bereich des integrierten naturwissenschaftlichen Unterrichts in den Jahrgangsstufen 5 und 6 durch eine räumliche Umgestaltung der Arbeitsflächen zu unterstützen sowie die selbstständige Erarbeitung von Wissen weiter zu fördern, wurde bereits vor einigen Jahren ein Schülerlabor eingerichtet. Dieses zeichnet sich durch Experimentier-Arbeitsplätze für Schülergruppen aus, an denen diese selbstständig arbeiten können. Aufgrund der Anordnung der Arbeitsplätze sowie der fehlenden Bestuhlung ist ein längerfristiger rein theoretischer Unterricht in diesem Raum nicht möglich.


Der Schulgarten

Der Schulgarten am FvSG wird von der Stufe 5 und 6 im Rahmen des naturwissenschaftlichen Unterrichts betreut. Jede Klasse bepflanzt im Frühjahr ein eigenes Beet (Nutzgarten) und betreut dieses über die Wachstumsperiode. In diesem Zusammenhang findet an mehreren Stellen eine unterrichtliche Einbindung statt.


Die Forschungswerkstatt

Die positiven Erfahrungen bei der Nutzung des Schülerlabors mit einem Schwerpunkt im natur-wissenschaftlichen Unterricht der Jahrgangsstufen 5 und 6 haben zu der Überlegung geführt, den Laborbereich weiter auszubauen. Zu diesem Zweck wird derzeit an einem Konzept für eine zusätzliche naturwissenschaftliche Forschungswerkstatt gearbeitet, um den zunehmenden Anforderungen im Rahmen des experimental-praktischen und selbstständigen Arbeitens der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden und zusätzliche Anregungen für weitere Arbeiten zu geben. In dieser Forschungswerkstatt entstehen naturwissenschaftliche Arbeitsflächen, die auch für Freiarbeiten der Schülerinnen und Schüler (z.B. Hausaufgaben, Facharbeiten, Jahresexperimente), Arbeitsgemeinschaften sowie zusätzliche Veranstaltungen wie z. B. „Eltern experimentieren mit ihren Kindern“, Roberta und teutolab (siehe oben) zur Verfügung stehen sollen. Die Transparenz durch großzügige Glasflächen sowie die zentrale Lage der Forschungswerkstatt ist ein wichtiger Aspekt in der Konzeption dieses Bereichs, durch den die praktische Arbeit und das Experimentieren in den Naturwissenschaften noch mehr Attraktivität und Aufmerksamkeit für Schülerinnen und Schüler erhalten soll.