Erst Klausur, dann Turniersieg

Erst Klausur, dann Turniersieg

von Björn Kentererstellt am 01.04.2012

FUSSBALL: 16 Schulmannschaften spielen die Europameisterschaft im Sportpark Enger aus

Kreis Herford. Sie mussten noch eine Klausur in den ersten beiden Stunden schreiben und trafen daher als letzte Mannschaft erst kurz vor Turnierbeginn im Sportpark Enger ein. Das hinderte das Team des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Bünde aber nicht daran, als Auswahl Russlands die von der Hauptschule Meierfeld in Herford ausgerichtete Mini-Europameisterschaft durch einen 7:6-Finalsieg über die Vertretung Polens (Gymnasium Löhne) für sich zu entscheiden.
16 Schulmannschaften aus dem gesamten Kreisgebiet und dem benachbarten Jöllenbeck hatten das Rennen um den Turniersieg aufgenommen und spielten nach dem Spielplan der echten Europameisterschaft in Polen und der Ukraine ihren Turniersieger aus. Zuvor hatte eine stilechte Eröffnungsfeier mit dem von Fahnenschwenkern begleiteten Einmarsch aller Mannschaften für einen würdigen Rahmen gesorgt. Zudem waren die Wände des Sportparks Enger mit den Flaggen aller teilnehmenden Länder dekoriert.
Auf den vier Kunstrasenfeldern im Sportpark ging es dann aber sofort mit vollem Einsatz zur Sache. Obwohl die meisten Partien insgesamt fair abliefen, schenkten sich die jungen Kicker nichts. So war der offizielle Turnierarzt Dr. Eckhard Griemert mehrere Male im Einsatz, um die eine oder andere leichte Blessur mit Eisspray zu behandeln.
Dievon Sportlehrer René Finkemeyer betreute russische Auswahl qualifizierte sich als Erster der Gruppe A souverän für das Viertelfinale und landete dort einen deutlichen 7:3-Erfolg über das Team der gastgebenden Hauptschule Meierfeld, das die Farben Deutschlands vertrat. Ein ebenso deutliches 6:2 über das als Irland spielende Widukind-Gymnasium Enger ebnete den Weg ins Finale gegen das Gymnasium Löhne, das sich im Ortsduell gegen die Realschule Löhne (Italien) mit 7:1 durchgesetzt hatte.
 Im Endspiel erwiesen sich die Löhner als spielerisch überlegen und erspielten sich schnell ein 4:1. Die jungen Russen konterten jedoch und egalisierten auch die 6:5-Führung der Löhner, so dass es am Ende der regulären Spielzeit 6:6 –Unentschieden stand. In der folgenden zweiminütigen Verlängerung setzten die Russen dann den entscheidenden Treffer und siegten mit 7:6. Bei der anschließenden Siegerehrung gab es zu Ehren der Gewinner neben dem beinahe schon obligatorischen „We are the Champions“ auch die russische Nationalhymne zu hören, der die Schüler andächtig lauschten.
Viel Lob von allen Seiten für die perfekte Organisation des Turniers erhielt Lehrer Wilhelm Stüber von der Hauptschule Meierfeld, der das Turnier als Höhepunkt und Abschluss eines Europa-Projekts mit den Klassen 7a und 7b organisiert hatte. „Das ist ein gut organisiertes Turnier, bei dem die Jungs ihren Spaß haben“, sagte Marc Eisele von der Realschule Löhne. Auch René Finkemeier vom Turniersieger freute sich über den Sieg und lobte die Veranstaltung: „Das war vom Ablauf her top!“.
Auch Stüber selbst zeigte sich zufrieden: „Es ist alles sehr gut gelaufen, wir hatten keine größeren Probleme mit den Spielen, in denen alles fair abgelaufen ist“, bilanzierte Stüber, der schon im Vorfeld betont hatte, dass das Miteinander der jungen Sportler im Vordergrund stehe: „Auch die in den Vorrunden ausgeschiedenen Mannschaften haben in einer Nebenrunde die weiteren Plätze ausgespielt. Jede Mannschaft hat für ihre Teilnahme zudem einen Ball und einen kleinen Pokal erhalten, so dass niemand mit leeren Händen nach Hause fahren muss“, so Stüber.
Peter Wilcek, Schulleiter der Hauptschule Meierfeld, der zusammen mit Jens Böske von der Sparkasse Herford und Stüber die Siegerehrung vornahm, würdigte das Engagement seines Lehrers: „Das war unglaublich viel Arbeit in den letzten vier Wochen, aber es hat sich gelohnt“, sagte Wilcek. „Für die Schüler war das hier eine tolle Atmosphäre, in der sie viel Spaß gehabt haben“, so Wilcek, der auf eine Wiederholung hofft: „So etwas sollte man ruhig noch einmal machen.“

© Neue Westfälische, NR. 77, FREITAG, 30. MÄRZ 2012

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