Zwischen Barock und Moderne
Zwischen Barock und Moderne

Zwischen Barock und Moderne

von Nicolas Bröggelwirth 

 | 

erstellt am 25.06.2013



Foto: Andreas Röchter Foto: Andreas Röchter Foto: Andreas Röchter Foto: Andreas Röchter Foto: Andreas Röchter Foto: Andreas Röchter Foto: Andreas Röchter Foto: Andreas Röchter Foto: Andreas Röchter

Chor- und Orchesterkonzert mit sehr vielen Besuchern in der Pauluskirche

Bünde. Im Rahmen des Kulturprojektes "Unsere Else" und zum 125. Geburtstag des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums gab es am Samstag und Sonntag ein Chor- und Orchesterkonzert. Auf dem Programm standen neben Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel auch moderne Komponisten wie Andrew Lloyd Webber, John Rutter und Bob Chilcott.
Unter der Leitung von Kerstin Thomas und Kirchenmusikdirektor Hans-Martin Kiefer sangen der Mädchenchor des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, die Bünder Kantorei sowie deren Kammerchor. Als Solisten traten die Sopranistinnen Frauke Altvater und Johanna Brune auf. An der Orgel spielte Katja Panina, am Klavier saß Markus Gorski von der Bünder Musikschule.
Das Konzert begann ganz barock. Als erstes erklang die Kantate Nr. 29 von Johann Sebastian Bach "Wir danken dir, Gott, wir danken dir". Rein instrumental wurde danach die "Wassermusik" Suite Nr. 2 in D-Dur von Georg Friedrich Händel intoniert. Kiefer interpretierte sie schnörkellos. Bei seiner Direktion hat man stets das Gefühl, er interpretiere die Werke in Hinsicht auf Tempo und Dynamik immer so, wie der Komponist sie gedacht haben mag. An keiner Stelle wird er überflüssig provokant.
Die größte Kraft des Konzertes ging aber von den Chorälen aus, was vor allem am Mädchenchor des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums lag, die der Stärke der Kantorei eine ganz zärtliche und weiche Note hinzufügten, was sich in der Summe dann zu einer ganz wunderbaren Klangfarbe addierte. Das zeigte sich in "Schau auf die Welt" von John Rutter und "I lift my eyes" von Bob Chilcott, welches von Kerstin Thomas annähernd programmmusikalisch erarbeitet wurde.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war das "Pie Jesu" aus dem Requiem von Andrew Lloyd Webber. Diese Motette gehört seit 1970 nicht mehr in die Liturgie einer Totenmesse, Webber aber schrieb sie Mitte der 80er Jahre zu Ehren seines verstorbenen Vaters zwei Jahre nach dessen Tod. 1986 gewann das Werk den Grammy als beste klassische und zeitgenössische Komposition. Traumhaft harmonisch waren die Stimmen der beiden Sopranistinnen, die die recht bekannte Melodie in den Hall der Kirche legten.
Nach den "Salisbury Vespers" Nr.1 bis 8, ebenfalls von Bob Chilcott, schloss der Abend, wie er begonnen hatte, ganz barock mit dem Schlusschoral der 29. Kantate von Johann Sebastian Bach "Sei Lob un d Preis mit Ehren".
Das Publikum in der voll besetzten Pauluskirche war begeistert.
 

© 2013 Neue Westfälische
11 - Bünde, Dienstag 25. Juni 2013