Wählen wie die Großen

Wählen wie die Großen

von Nico Ebmeier (Q2)erstellt am 26.09.2017

Juniorwahlen: Am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium nahmen am Donnerstag fast 140 Schüler an der Wahlsimulation teil

Das erste Kreuz zu setzen ist für jeden etwas ganz Besonderes. Auch wenn die Schüler der neunten Klassen des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums noch nicht wahlberechtigt sind, durften sie am Donnerstag schon einmal hautnah das Prozedere einer echten Wahl hautnah miterleben: Von der ausführlichen Recherche über den Gang in das Wahllokal bis hin zum endgültigen Abgeben der Wahlstimmen in der Wahlurne. Für die fast 140 Schüler war bei der Juniorwahl alles dabei.
In diesem Jahr nehmen in Deutschland fast 3500 Schulen an den Jugendwahlen teil. So viele waren es noch nie. Kein Wunder, da das Interesse der jüngeren Bevölkerung an der Politik jährlich steigt. Durch Fernsehübertragungen und große Wahlplakate werden die Jugendlichen schon früh und oft im Alltag mit der Politik konfrontiert. Für das Bünder Gymnasium war es nun die dritte Durchführung der Wahlsimulation. Nach der Bundestagswahl 2013 und der Landtagswahl im Frühjahr 2017 entschieden sich die Lehrkräfte der Politikkurse auch dieses Jahr zur Durchführung der Juniorwahl in der neunten Jahrgangsstufe. „Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht“, erklärte der Fachschaftsvorsitzende Tim Florian Schallenberg. Zusammen mit ihren Lehrern Verena Fischer, Rainer Griestop, Jürgen Flegel und Dominik Lücke analysierten die fünf Klassen in den letzten Wochen die Wahlwerbespots der einzelnen Parteien, durchspielten den Wahl-O-Maten und lernten das deutsche Wahlsystem kennen. Am Ende dieser Zeit stand dann als Höhepunkt die endgültige Wahl an. „Es ist enorm wichtig, dass die Jugendlichen Erfahrungen mit der Politik machen. Wenn die Wahlbeteiligung weiter sinkt, wird die demokratische Legitimation der gewählten Volksvertreter irgendwann in Frage gestellt“, so Schallenberg kritisch.
Am Tag der Wahl war in der Mediothek des Gymnasiums eine echte Wahlarena aufgebaut. Geholfen haben Schallenberg dabei die je zwei Wahlhelfer aus jeder Klasse. Sie hatten in den letzten Wochen die individuellen Wahlbenachrichtigungen verteilt und zählten am Ende des Tages alle Stimmen aus. Für die nächsten Jahre kann sich Schallenberg eine Veränderung der Juniorwahlen vorstellen. „Wir könnten auf jeden Fall versuchen, die Juniorwahl auf die Oberstufe auszuweiten. Wahrscheinlich würde das dann noch mehr Aufschluss geben“, erläutert der Mathematik- und Politiklehrer.
Die Ergebnisse der Juniorwahl am FvSG im neunten Jahrgang im Überblick:
Wahlbeteiligung: 128/136 (94,12 %)
 
Erststimmen:
 
Tim Ostermann (CDU) 54
Stefan Schwartze (SPD) 26
Maik Babenhauserheide (Grüne) 29
Fabian Stoffel (Linke) 5
Siegfried Mühlenweg (FDP) 7
Sebastian Schulze (AfD) 7
Jörn Döring (Freie Wähler) 0
 
Zweitstimmen:
 
CDU/CSU: 36,51 %
SPD: 10,32 %
Grüne: 25,39 %
Linke: 0,79 %
FDP: 9,52 %
AfD: 8,59 %
Piraten: 1,58 %
Tierschutzpartei: 2,38 %
V-Partei: 4,76 %
 
Das Gesamtergebnis aller der ca. 3500 teilnehmenden Schulen in Deutschland kann bei Interesse ab dem 24.09. um 18.00 Uhr unter www.juniorwahl.de eingesehen werden.

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