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 Ein Sprung von Zehn auf Elfvon FELIX EISELE UND ANIKA HENKE vom 05.02.2010
Am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium wechseln zwölf Schüler in die Oberstufe
Bünde. Geht es nach dem Plan der NRW-Landesregierung, werden im Jahr 2013 gleich zwei Jahrgänge parallel ihr Abitur ablegen. Organisatorisch alles andere als ein einfaches Unterfangen, weiß man am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und begegnet dem Problem auf ganz eigene Weise. Zum zweiten Schulhalbjahr rücken zwölf Schüler aus der Klasse zehn in die Oberstufe auf.

„Springer“ nennen sich die drei Jungen und neun Mädchen, die ab kommenden Freitag den Sprung in den Jahrgang Elf wagen. Eine große Chance, zumal die Schüler so dem gefürchteten Doppeljahrgang entkommen und ihre Schullaufbahn ein Jahr früher als geplant beenden können. Zwar ist dies auch im Interesse der Schule, die durch die ungewöhnliche Aktion eine Entzerrung der Jahrgänge erreicht, doch ging der Impuls zu der Initiative von den betroffenen Schülern selbst aus – mit Erfolg.
Von heute auf morgen war der Wechsel allerdings nicht möglich, schließlich divergiert der Wissensstand zwischen 10. und 11. Klasse doch erheblich. So wurde 17 Wochen lang in speziellen Zusatzstunden gelernt und aufgearbeitet, bis die Voraussetzungen (gute Leistung in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch) erfüllt waren.
Die Mühen haben sich gelohnt, am Montag gab die Zeugniskonferenz grünes Licht für den Sprung nach oben. Schulleiter Michael Neuhaus ist stolz auf die Entwicklung seiner Schützlinge. „Bei den zehnten Klassen handelt sich um einen absoluten Ausnahmejahrgang mit außerordentlichen Leistungen. Ich bin mir sicher, dass die zwölf Schüler mit ihrem Potenzial gute Karten in Stufe Elf haben werden“, sagte er bei der Überbringung der frohen Botschaft.
Viel Zeit zum Akklimatisieren haben die zwölf Neulinge nicht, nach nur einer Klausur steht bereits die Entscheidung über die weitere Schullaufbahn an und die Wahl der Leistungskurse auf dem Programm. Dennoch gehen sie mit Neugierde und viel Elan an die neue Herausforderung. Eine gegenseitige Unterstützung haben sie sich bereits zugesichert. Auf den bereicherten Jahrgang Elf wird der Wechsel indes kaum Auswirkungen haben, die „Springer“ werden einfach in das bestehende System integriert. Kurz vor den Sommerferien soll eine Zwischenbilanz gezogen werden.
© 2010 Neue Westfälische
Bünder Tageblatt, Mittwoch 27. Januar 2010
Foto: Andreas Röchter
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