Mentorenkonzept

Mentorenkonzept

von Ulrich Henzeerstellt am 20.09.2010

Mit dem Schuljahr 2005/06 wurde am FvSG ein sog. Mentorenkonzept in der Jahrgangsstufe 5 eingeführt. Dies bedeutete eine Abkehr vom bisherigen Klassenleitersystem, bei dem ein/e Klassenleiter/in eine 5. Klasse organisatorisch und pädagogisch betreute. Der oder die Stellvertreter/in traten kaum in Erscheinung. Seitdem wird jede 5. Klasse – und inzwischen jede Klasse bis zum Eintritt in die Einführungsphase der Oberstufe – durch zwei Mentoren, in der Regel eine Frau und einen Mann, verantwortlich betreut.
Hintergrund dieser Entscheidung war die Einsicht in die Notwendigkeit einer zunehmend intensiveren Betreuung und Beratung der Schülerinnen und Schüler, die sich aus veränderten Rahmenbedingungen für das Lernen ergaben (Schulzeitverkürzung, Kompetenzorientierung u.a.). Durch die Verteilung der Betreuungsarbeit auf zwei Personen hat der Lehrer mehr Zeit und kann dadurch intensiver auf die Bedürfnisse des einzelnen Schülers eingehen. Auf diese Weise soll sich eine Erziehungspartnerschaft zwischen Schüler und Lehrer entwickeln. Die neue Rolle soll durch die Namensänderung markiert werden und verdeutlichen, dass Lehrer und Schüler gemeinsam für den Lernerfolg des Schülers verantwortlich sind, also gewissermaßen in einem Boot sitzen.
Besonders deutlich wird die Rolle des Mentors am Schülersprechtag, der erstmals im Herbst 2006 stattfand und seitdem zunächst zwei Mal pro Schuljahr, seit dem Schuljahr 2009/10 einmal pro Schuljahr in der Zeit des Halbjahreswechsels, durchgeführt worden ist. Schüler und Lehrer haben hierbei 15 bis  20 Minuten Zeit, gemeinsam im 4-Augen-Gespräch über die Leistungsentwicklung in Bezug auf Verbesserungen und Verschlechterungen, aber auch die soziale Entwicklung und andere für den Lernprozess relevante Fragen zu sprechen. Das Gespräch soll vom Schüler ausgehen und wird von ihm mit Hilfe eines sog. Lernstandsbarometers vorbereitet. Es dient dazu, dass der Schüler sich selbst über seine Lernentwicklung klar wird und im Vorfeld des Gesprächs nach Strategien sucht, um seine Entwicklung zu verbessern oder zu optimieren. Er soll sich nicht mehr nur als Objekt, sondern in zunehmendem Maße als Subjekt seines Lernprozesses verstehen, bei dem ihm der Mentor zur Seite steht und berät. Dem Mentor stehen für seine Vorbereitung nicht nur die Leistungsübersichten zur Verfügung, sondern auch Unterlagen aus dem ebenfalls 2006 eingeführten Lernportfolio, in dem der Schüler Zeugnisse, Zertifikate und alle Ergebnisse (Selbst-, Fremdevaluationsbögen), die er im Rahmen des Kompetenzcurriculums erworben hat, einheftet. So hat der Mentor ebenfalls eine breite Beratungsgrundlage für das Gespräch mit dem Schüler.
 
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Schüler mit dieser intensiveren und individuelleren Form der Beratung insgesamt zufrieden sind. Auch auf der Lehrerseite werden die Gespräche als wichtig und sinnvoll angesehen. Die Bündelung der Beratungsgespräche auf einen Schultag kurz nach den Halbjahreszeugnissen hat bei ihnen darüber hinaus zu einer deutlich höheren Akzeptanz der Gespräche geführt.

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