Bünder schrammen hauchdünn am Finale vorbei

Bünder schrammen hauchdünn am Finale vorbei

von Nico Ebmeier (Q2) erstellt am 24.02.2018

Jugend debattiert: Bei den Regionalausscheidungen in der Bezirksregierung Detmold scheitern alle Bünder Schüler in der Vorrunde. Linus Wetzlar fehlte nur ein Punkt
 
Detmold. Zum ersten Mal in der Geschichte der Schule schickte das Freiherr-vom-Stein Gymnasium Bünde ein rein männliches Quartett zu den Regionalausscheidungen des Bezirks Detmold von „Jugend debattiert“. In den schulinternen Ausscheidungen Ende Januar schaffte es zum ersten Mal keine Schülerin unter die besten vier Debatten und erhielt damit ein Ticket für die zweite Runde in Detmold.

Die beiden Sieger des Schulwettbewerbs Leon Kühn und Linus Wetzlar traten bei den Ausscheidungen als Debattanten an. Die Nachplatzierten Linus Rehder und Andreas Welck behielten genau wie Joshua Steinmann, immerhin Schulsieger 2016, einzig beratende Funktion.  Komplettiert wurde die Mannschaft des Bünder Gymnasiums von den beiden Sozialwissenschaftslehrern Jürgen Flegel und Tim Florian Schallenberg sowie der ehemaligen Schulsiegerin Paulina Budde, die allesamt eine Jurorenrolle bei den Regionalausscheidungen übernahmen.

Am Wettbewerb der Sekundarstufe II nahmen insgesamt 16 Schülerinnen und Schüler teil. Jeder Debattant musste in zwei Vorrunden möglichst viele Punkte sammeln, um später am Finale der besten vier Punktesammler teilnehmen zu dürfen. Der Optimismus bei den Bündern war groß, schaffte es doch im vergangenen Jahr Laura Barth in das große Finale und errang den dritten Platz. „Beide haben große Stärken und ich denke, dass die Debattenthemen ihnen liegen könnten“, erklärte Schallenberg im Vorhinein. Auch Rolf-Victor Siedenhans, Fachzuständiger für die Fächer Deutsch und Sozialwissenschaften der Bezirksregierung, äußerste seine Vorfreude auf den Wettkampf. „Jugend debattiert“ sei mit Sicherheit einer der exponiertesten Wettbewerbe Deutschlands“, so Siedenhans. Er freue sich auf aufregende Debatten und großartige Erlebnisse.

Jede Debatte war gleich aufgebaut. Über ein kontroverses Thema diskutierten jeweils zwei Schüler der Pro- sowie zwei Schüler der Contra-Seite.  Zunächst hat jeder Debattant in seiner zweiminütigen Eröffnungsrede Zeit, das Thema zu erläutern und erstmals eigene Argumente zu nennen. In der folgenden zwölfminütigen „Freien Aussprache“ werden die Argumente dann diskutiert, ehe in der einminütigen Schlussrede das Fazit der Debatte auf den Punkt gebracht wird. Eine perfekte Debatte würde mit 60 Punkten belohnt werden.
Das Thema der ersten Vorrunde lautete: „Sollen in Großstädten Dieselfahrverbote erlassen werden?“ Linus Wetzlar argumentierte zusammen mit Julia Boldt vom Gymnasium am Markt auf der Pro-Seite und befasste sich mit der akuten Gefahr durch Dieselmotoren und deren Schadstoffe. Dagegen standen Pia Biebusch sowie Erin-Sophie Sand von den Gymnasien aus Rahden und Horn. Die drei Juroren lobten besonders das gute Zusammenarbeiten der beiden Bünder und die große Gesprächsfähigkeit.
Zweites Vorrundenthema war: „Sollen Gewalttaten gegen kommunale Amts- und Mandatsträger härter bestraft werden?“ Dieses Mal debattierte Julia Boldt mit dem anderen FvSG-Schüler Leon Kühn auf der Contra-Seite. Für die härteren Strafen setzten sich Eric Thomas vom heimischen Grabbe Gymnasium sowie Laura Watermann vom Mindener Gymnasium ein. Nach einer durchaus lebhaften Debatte warteten nun alle Schüler auf die Bekanntgabe der vier Finalisten.

Und das wurde besonders knapp. Während sich Leon Kühn und Julia Boldt mit Mittelfeldplätzen begnügen mussten, schaffte es Linus Wetzlar beinahe das Finalticket zu buchen. Die Plätze 1-6 trennten nach zwei Debatten nur ganze drei Punkte. Wetzlar, der mit 59 Punkte auf dem geteilten fünften Platz landete, hätte bloß einen weiteren Punkt holen müssen, um ins Finale einzuziehen. „Das ist wirklich schade“, so Jürgen Flegel, Sozialwissenschafts- und Chemielehrer der Schule. „Es hätte nur ein Juror etwas netter sein müssen.“

Die Vorrunde gewann Mika Jaschinski aus Bad Salzuflen. Auf den Plätzen folgten neben Erin-Sophie Sand und Pia Biebusch auch Melina Christin Pieper aus Lemgo. Bei der Frage, ob von nun an auf öffentlichen Plätzen Toiletten ohne Geschlechteraufteilung entstehen sollten, zeigten sich Pieper und Biebusch besonders stark und gewannen den Wettbewerb. Die beiden Sieger werden im April für den Regierungsbezirks Detmold bei den Landesausscheidungen in Oberhausen teilnehmen.

Hier finden Sie ein Interview mit den beiden Debattanten Linus und Leon (Quelle: "Life - das Stadtmagazin")

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