Eine besondere Sommernacht

Eine besondere Sommernacht

von Das Neigungsfach Theater erstellt am 30.06.2018

Bisher gab es für uns, Schülerinnen und Schüler aus der Sek 1, keine Möglichkeit im Rahmen eines schulischen Angebots Theaterluft zu schnuppern. Doch ab diesem Schuljahr war es endlich soweit und wir wollten unbedingt dabei sein. Deshalb haben wir uns für das Neigungsfach Theater angemeldet und am Ende des Schuljahres eine Version von William Shakespeares Sommernachtstraum aufgeführt.
Als wir uns das erste Mal gesehen haben, kannten wir uns untereinander noch nicht, weil wir alle aus unterschiedlichen Klassen kamen. Wir mussten uns erst einmal kennenlernen. Das schafften wir allerdings schnell durch verschiedene Spiele wie „Heißer Stuhl“, „Mein Spiegelbild“ oder „Lach-Yoga“. Auch das Spielen kleiner Theaterszenen half uns, zu einem guten Team zusammenzuwachsen.

Die Proben haben wirklich Spaß gemacht. Sie begannen immer mit einem Warm Up und endeten mit einer Feedback Runde. Dazwischen haben wir viel gelacht. Manchmal war es aber auch anstrengend. Es ist gar nicht so leicht, sich auf eine Rolle zu konzentrieren und nicht an andere Dinge zu denken. Je besser wir unsere Rolle jedoch kannten, desto einfacher war es, alles andere auszublenden. Wenn man gerade nicht an der Reihe war, weil die Rolle in einer Szene nicht vorkam, konnte man die Zeit nutzen und seinen Text lernen. Das war nicht immer einfach, weil man gleichzeitig auch den anderen beim Spielen zusehen wollte.

Der Text war überhaupt eine Herausforderung. Als jeder seine Rolle und seinen Text erhielt, dachten wir, dass wir das niemals schaffen würden. Jeder hatte viel Text zu lernen, der sprachlich wirklich anspruchsvoll war. Frau Sauerland hat den Text aber für uns vereinfacht. Dadurch konnten wir uns auch mehr auf unsere Rolle konzentrieren. Am Anfang waren nicht alle mit ihrer Rolle zufrieden. Vor allem für die Mädchen, die eine männliche Rolle spielen sollten, war es zuerst schwierig, sich mit der Rolle zu identifizieren. Frau Sauerland hat uns immer wieder Tipps gegeben und uns ermutigt, uns auf die Rolle einzulassen und Neues auszuprobieren. Wir haben uns auch gegenseitig unterstützt, weil wir ja schließlich ein Team sind. Nach und nach lernten wir so unsere Rollen besser kennen und konnten sie dadurch auch besser spielen. Am Ende waren alle mit ihrer Rolle zufrieden.

Die Kostüme haben aber auch geholfen, sich besser in die Rollen einzufinden. Die meisten davon haben wir selbst genäht, gebastelt und mit Spaß aufgehübscht. Es fühlte sich erst ein bisschen komisch an, in einem Kostüm auf der Bühne zu stehen, aber als dann auch das Bühnenbild fertig gestellt war, konnte man in seinem Kostüm in eine andere Welt eintauchen. Auch das Bühnenbild haben wir selbst gebaut. Das war eine schöne Abwechslung zum Theaterspielen.

Der Aufbau des Bühnenbildes war jedoch etwas aufregend, da vor unserem Auftritt am 06.06.18 noch der Kennenlernnachmittag der Fünftklässler war. Aber zusammen haben wir es trotz der Aufregung schnell aufgebaut.
Am Tag unseres Auftritts hatten wir eine von zwei Ganztagesproben. Die erste war am 01. Mai. Es war total super, mal einen Tag in der Schule zu sein, wenn niemand sonst da ist. Es war toll, den ganzen Tag nur Theater zu spielen. An diesem Tag haben wir enorme Fortschritte gemacht. Die zweite Ganztagesprobe lief aber etwas anders ab. Morgens haben wir unseren Kostümen und Requisiten den endgültigen Feinschliff gegeben und danach gingen wir uns Forum für die Generalprobe. Dabei ist einiges schief gelaufen. Wir dachten schon, dass wir den Auftritt absagen müssten, um uns nicht zu blamieren. Aber Frau Sauerland erklärte uns, dass es ein gutes Zeichen wäre, wenn die Generalprobe schief läuft. Im Theater müsse das so sein, damit der Auftritt perfekt wird. Zum Glück hatte sie Recht. In der Mittagspause sollten wir dann viel Essen und Trinken, damit wir bei der Hitze vor Aufregung nicht umkippen. Aufgeregt waren wir aber trotzdem, sodass Frau Sauerland mit uns Beruhigungsübungen machen musste.

Als sich das Publikum dann gesetzt hatte, war die Aufregung trotzdem kaum auszuhalten. Komischerweise waren wir aber nicht mehr aufgeregt, nachdem wir das erste Mal auf der Bühne standen. Wir haben schnell gemerkt, dass wir nun zeigen können, was wir ein Schuljahr lang gelernt haben. Frau Sauerland saß die ganze Zeit versteckt am Bühnenrand und hat souffliert, das heißt, dass sie uns geholfen hat, wenn wir unseren Text mal kurz vergessen hatten. So konnten wir trotzdem weiterspielen und das Publikum hat es nicht einmal gemerkt.
Der Auftritt lief super und war gefühlt viel zu schnell vorbei. Aber das ist ja immer so bei schönen Erlebnissen. Wir waren alle froh, dass wir unsere Angst überwunden haben. Toll war auch, dass unsere Eltern und die Schulleitung da waren. Alle waren begeistert.

Und nun? Durch das Neigungsfach Theater konnten wir lernen, wie man sich in eine andere Rolle hineinversetzt und durch Mimik und Gestik die verschiedensten Gefühle ausdrücken kann. Auf der Bühne ist man nicht mehr man selbst, sondern man spielt eine Rolle. Egal ob Junge oder Mädchen, ob jung oder alt, auf der Bühne kann man sein, wer man schon immer sein wollte. Frau Sauerland hat uns geholfen uns selbst besser kennenzulernen und mehr zuzutrauen.

Das Theaterspielen hat unseren Zusammenhalt gestärkt, da jeder auf jeden angewiesen ist. Theater kann nur im Team funktionieren. Wir sind durch das Neigungsfach zu besseren Teamworkern geworden, was uns auch in Zukunft helfen wird. Durch das Stehen auf der Bühne vor so vielen Menschen haben wir mehr Selbstvertrauen gewonnen und wir haben jetzt alle gute Vorerfahrungen, die uns nicht nur bei weiteren Projekten im Bereich Theater weiterhelfen können. Wir sind uns sicher, dass in der Zukunft jeder von uns sicherlich noch die eine oder andere Rolle spielen wird.

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