Liebeschaos à la Shakespeare

Liebeschaos à la Shakespeare

von Nico Ebmeier (Q2) erstellt am 07.06.2018

Literaturaufführung: Der Literaturkurs der Q1 des Freiherr-vom-Stein Gymnasiums stellte am Montag- und Dienstagabend sein Stück „Sommernachtstraum(a)“ im Forum Ennigloh vor
 
Drei Tage und drei Nächte umfasst das Ursprungsstück „Sommernachtstraum“ des englischen Dramatikers und Schauspielers William Shakespeare. An zwei Abenden zum Beginn der Woche stellte der Literaturkurs der Q1 des Bünder Gymnasiums ihre eigene moderne Interpretation des Kulttheaters vor. Sie nannten es „Sommernachtstraum(a)“.

15 Jahre lang hatte die Stadt Athen erbitterten Krieg gegen die Amazonen geführt. Theseus (gespielt von Till Schwarz), König der Athener, siegte in der Schlacht und möchte nun Hippolyta (Hanna Möller), ehemalige Königin der Amazonen, heiraten, um ewigen Frieden zwischen beiden Völkern zu halten. Allerdings herrscht Chaos im Königreich. Die Tochter des Königs Hermia (Helen Stachorra) möchte sich gerne mit einem einfachen Kaufmann namens Lysander (Jonah Holverscheid) vermählen. Diese Liebe wird allerdings in Athen nicht grade freudig aufgenommen. König Theseus droht seiner Tochter sogar mit der Todesstrafe, sollte sich Hermia nicht mit dem ausgewählten Adeligen Demetrios (Sean Brünn) verheiraten. Demetrios wird allerdings auch stark von der 24-jährigen Helena (Saskia Böke) umworben und so nimmt das Drama einen Lauf.

Dann ist da noch der Zauberwald Athens. Dort herrscht das Elfenpaar Oberonia (Caroline Löwen) und Titania (Vivian Klatt). Aber auch bei dieser Romanze liegt stark etwas im Argen. Titania habe Oberonia betrogen und die erwarte nun eine Entschuldigung, die allerdings auf sich warten lässt. Um sich an Titania zu rächen, lässt sich Oberonia von ihrem Kobold Puck eine Liebesblume besorgen, die jemanden sich in das Erste verlieben lässt, was der jeweilige sieht. Im Zauberwald findet sich außerdem eine Männergruppe zusammen, bestehend aus den Bauern Peter (Luca Altemeier), Nick (Eryk Wiecki), Tom (Kristian Böker), Francis (Luca Tücke) und Snuggle (Maxim Wiebe). Die fünf Männer haben ein gemeinsames Ziel: Der Sturz der Monarchie. Dazu will die Gruppe die Filmfestspiele bei der königlichen Hochzeit gewinnen und Theseus als Geisel nehmen. 

Derweil überlegen Lysander und Hermia, was zu tun ist, um der Todesstrafe aus dem Weg zu gehen und entscheiden sich, aus dem Königreich zu flüchten. In der ersten gemeinsamen Nacht behält Hermia allerdings den Abstand zum Kaufmann, sodass sie getrennt voneinander schlafen. Kobold Puck schließt daraus, dass Lysander seine Angebetete nicht liebt und verzaubert ihn mit der Blume seiner Elfe. Allerdings ist es nicht Hermia, sondern Helena, die er als erstes sieht und so verliebt er sich in das junge Mädchen.

Für die schuldige Elfe Oberonia und Puck ist die Lage gefährlich. Sollte die Harmonie dauerhaft gestört werden, vergeht den Elfen die Zauberkraft. Dazu lassen die beiden die gesamten Verliebten einschlafen und lösen mit Hilfe ihres Zaubers das Liebeschaos. Nun möchte, genau wie es sein sollte, Lysander wieder seine Hermia heiraten und sich Demetrios mit Helena vermählen. Das eine Rätsel war also gelöst, aber es gab immer noch die königliche Hochzeit und den Plan C der Männergruppe. Die fünf Bauern stellen also ihr Theater vor und begeistern tatsächlich den König, der sie zum Hoftheater befördern möchte. Plan C war also gescheitert, aber wirklich traurig scheinen die Bauern nicht.

Besonders begeistert vom Stück war Literaturlehrerin Anne Heske: „Wir hatten so viel Spaß. Es ist echt traurig, dass der Kurs nun zu Ende ist“, so Heske. Auch Schulleiter Gunnar Woltering war voll des Lobes. Vor allem die textliche Leistung sei überragend gewesen, so Woltering. „Shakespeare hätte Gefallen daran gehabt“, führte er fort.

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