Larin est malin (Larin ist klug)

Larin est malin (Larin ist klug)

von Christine Zeideserstellt am 13.04.2012

Sprachgewandt durch die Welt

Larin Sell-Pohlmann (18) macht dieses Jahr am FvSG ihr Abitur. Trotzdem hat sie sich an die DALF C1 Prüfung gewagt - aber nicht nur Französisch ist eine Sprache, die ihr liegt.

Welche Schulfächer magst du besonders gerne?
Natürlich mag ich vor allem meine Sprachen. Aber ansonsten bin ich auch an anderen Fächern interessiert, Religion und Biologie mag ich besonders gerne.
 
Du bist ja generell sehr sprachbegabt und lernst mittlerweile Englisch, Französisch, Latein und Italienisch. Was fasziniert dich an Sprachen und was motiviert dich, sie zu lernen?
An Sprachen fasziniert mich eigentlich, dass ich durch sie die Fähigkeit habe, mich in anderen Ländern zu verständigen. Ich höre gerne Menschen in anderen Sprachen erzählen und mag es, sie selbst zu sprechen. Ansonsten motiviert mich, dass ich durch die Sprache auch viel über das jeweilige Land erfahre und eine Fremdsprache mir im Urlaub oft sehr hilfreich sein kann.
 
Vielen Schülern bereiten ja vor allem Vokabeln oder Grammatik Probleme. Hast du eine bestimmte Technik beim Lernen?
Mittlerweile kann ich das meiste aus dem Bauch heraus. Aber früher habe ich die neue Grammatik immer sehr intensiv gelernt und auch gleich versucht, sie anzuwenden. Bei einem Schüleraustausch nach Voiron habe ich zum Beispiel Briefe an meine Austauschpartnerin geschrieben und darin versucht, mich möglichst interessant und vielfältig auszudrücken und eben Neugelerntes darin zu verwenden. Sonst habe ich auch immer Ähnlichkeiten zwischen den verschiedenen Sprachen gesucht. Die Conditional  Sentences im Englischen bilden das Pendant  zu den Si-Sätzen im Französischen und sind von der Grundstruktur her fast gleich.  Dann kann man sich alles ganz gut ableiten.
 
Du hast ja eine Klasse übersprungen. Hat dir dann im Einstieg ins neue Schuljahr etwas gefehlt? Ich denke dabei besonders an irgendwelche Grammatik, die man etwas länger üben und verinnerlichen muss.
Ja,  vor allem Grundwortschatz und allgemeines Vokabular haben mir gefehlt. Grammatik hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon vollständig abgeschlossen, aber Vokabeln kamen immer neue hinzu. Mittlerweile habe ich das alles schon wieder nachgeholt, aber am Anfang hatte man schon ein etwas mulmiges Gefühl dabei. In Latein ist mir das sehr aufgefallen, da die anderen Schüler viel mehr Texterfahrung hatten und ich mir das eben schnell erarbeiten musste.
 
Du hast dich dieses Jahr an DALF C1 probiert. Wie hast du dich darauf vorbereitet?
Ich habe Probeprüfungen gemacht und kontrollieren lassen. Weiterhin habe ich ein paar grundlegende Dinge wiederholt und mir auf Arte ein paar Sendungen angesehen, um ein Gefühl für die französische Sprache zu bekommen - so eine Prüfung macht man ja nicht alle Tage. Aber ich hatte auch eine gute Vorbereitung durch meinen Französisch-LK, da wir hier schon viele Techniken besprochen hatten, die ich bei DALF gut gebrauchen konnte.
 
Wie ist die Prüfung verlaufen?
Vor dem schriftlichen Teil war ich sehr aufgeregt. Wir wussten nicht, welche Themen dran kommen könnten und hatten ein bisschen Angst vor dem Text. Der Text war aber wirklich auf hohem Niveau, das haben wir gemerkt,  aber eigentlich ist alles recht gut verlaufen.  Die mündliche Prüfung fand ich, verglichen mit der schriftlichen Prüfung, wieder etwas „einfacher“. Wir mussten einen 15-minütigen Vortrag über einen Text halten, Thema war bei mir Tourismus.
 
Was fiel dir leicht, was fiel dir eher schwer?
Die mündliche Prüfung war eigentlich gar nicht so schwer, da ich die Sprache eben gerne spreche. Mit den Prüfern habe ich mich schnell verstanden  und auf ihre präzisen Fragen konnte ich gut antworten. Aber die schriftliche Prüfung hatte es dann in sich. Wir mussten eine Synthese aus drei  Texten schreiben, also eine Art Zusammenfassung - und das hatte schon einen gewissen Anspruch.
 
Findest du es gut, dass Sprachen als Pflichtfächer gelehrt werden?
Ich finde das schon wichtig, weil man im Unterricht nicht nur die Sprache, sondern auch verschiedene Themen und insbesondere die Länder kennenlernt. Das trägt zur Allgemeinbildung bei und erweitert den eigenen Horizont. Ich denke, dass jeder mindestens eine Fremdsprache beherrschen sollte,  da das auch die Kommunikation in der Zukunft sichert und wir uns dann vielleicht bald weltweit verständigen können.
 
Wie hast du die Fremdsprachen  schon in deinem alltäglichen Leben nutzen können?
Wie schon gesagt wende ich die Sprachen vor allem im Urlaub an - Frankreich und Italien sind nahe Reiseziele. Auch in einem Schüleraustausch und für die Brieffreundschaft mit meiner Austauschpartnerin brauche ich meine Sprachen.  Ich bin auch schon einmal mit der Musikschule nach Frankreich gefahren, um dort während des Konzerts die Übersetzerrolle einzunehmen. Momentan gebe ich Nachhilfe in Französisch. Die Fremdsprachen kann ich also in meinem Alltag sehr häufig anwenden.
 
Möchtest du später etwas mit Sprachen studieren?
Ja, ich würde gerne Lehrerin fürs Gymnasium werden. Als Fächer möchte ich in jedem Fall Französisch und Religion nehmen. Ich müsste dann Theologie studieren und auch das Graecum machen, da brauche ich dann wieder meine sprachlichen Fähigkeiten. Die anderen Sprachen möchte ich aber unbedingt weiterführen.
 
Was wünscht du dir für die Zukunft?
Zunächst einmal steht für mich das Abitur an, das ich möglichst gut abschließen möchte. Dann kommt das Studium, später der Beruf. Ich wünsche mir aber, dass ich neben dem beruflichen noch Zeit für meine Hobbys und meine Familie habe und einen guten Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit finde.
 
Vervollständige bitte diesen Satz: Für mich sind Sprachen...
... die Vielfalt an Möglichkeiten, die man durch das Lernen und Sprechen erlangt.
 
Vielen Dank für das nette Gespräch!

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