Filmstar wird hypnotisiert - Verwicklungen vorprogrammiert ...

Filmstar wird hypnotisiert - Verwicklungen vorprogrammiert ...

von Christine Zeides erstellt am 08.06.2012

Künstler haben es nicht leicht. Besonders die Filmbranche und das Bühnenspiel gelten als besonders nervenaufreibend. Beiden Herausforderungen haben sich die Schüler des Literaturkurses Reinke mit ihrem Stück "Fleischpflanzl in Outer Space" gestellt. Und die Mission erfolgreich abgeschlossen.
John Hansen ist Hauptdarsteller in dem neuen Science-Fiction-Streifen " Vom Marssturm verweht". Seine mangelnden schauspielerischen Fähigkeiten sind bekannt und seine Arroganz macht ihm gerade im Filmteam keine Freunde. Seine persönliche Assistentin, eine junge Psychologiestudentin, bezeichnet ihn nur als "intergalaktischen Hyperidioten". Regisseur Eddy Svenson versucht verzweifelt, endlich die letzte Szene abzudrehen, und wird in ewigen Kämpfen regelmäßig zur Weißglut gebracht. Und das konkurrierende Filmstudio der "Mean & Nasty Pictures" versucht die Dreharbeiten zu sabotieren. Wie könnte es schlimmer kommen?
Von der Konkurrenz haben sich zwei falsche Schauspieler eingeschlichen. Ayla von Alm zeigt hier in der Rolle der gemeinen Greta Christiansen fiese Mordgedanken und genügend kriminelles Potenzial. Auch wenn sie meist nicht auf ihren Komplizen Siegbert Pfälzer - verkörpert durch Oliver Tautz zählen kann, da dieser meist mit verschlungenen Kabeln oder Ähnlichem zu kämpfen hat, hecken die beiden einen gemeinen Plan aus, um die Dreharbeiten zu beenden. Und so findet sich Schauspieler Hansen allein in der Dunkelheit wieder, während Gretas Stimme leise und hypnotisch zu ihm spricht: "Du wirst glauben, du wärst wirklich Commander Scott auf dem Raumschiff. Da du Gedichte liebst, wirst du in Zukunft nur noch in Reimen sprechen. Wenn ich schnipse, wirst du wieder John Hansen sein - doch wann immer du das Codewort FLEISCHPFLANZL hörst, verwandelst du dich zurück in das, was du eigentlich bist - ein Raumfahrer."
Die Hypnose wirkt. Und die Zuschauer warten gespannt auf die kommenden, vielversprechenden Konflikte innerhalb des Filmteams...
Noch liegt der Drehort in Frieden, bis der bayrische Hausmeister Alfons Moosgruber zum Essen ruft. "Kartoffelsalat und Fleischpflanzl!" Der gebeugte, müde John Hansen streckt sich plötzlich, sein Rücken wird gerade und in einer Heldenposition stehend beginnt er von der Unendlichkeit des Alls zu schwärmen. Als man versucht, ihn dann zum Drehtermin zu bewegen, antwortet Hansen schlicht:  "Mein werter Herr, ihr redet Schrott; ich bin nicht Hansen, sondern Scott!" Jan-Christian Ritz in der Rolle des Regisseurs kann es kaum glauben - "Erst nur ein schlechter Schauspieler, und dann auch noch ein verrückter?" - doch er muss den Film abdrehen. Immer wieder fällt durch Zufall der Begriff "Fleischpflanzl", immer wieder ändert sich Hansens Charakter.  Der fliegende Wechsel zwischen arrogantem Möchtegernstar und passioniertem Raumfahrer gelang Julian Groß an diesem Abend mit Bravour. Scheinbar gelöst schien das "Hansen-Problem" schließlich, als der Hausmeister Moosgruber durch geschicktes Kombinieren das Codewort Fleischpflanzl herausgefunden hatte.
Doch es droht neue Gefahr: Die beiden Bösewichte haben das gebastelte Raumschiff am Filmset sabotiert - in der letzten Szene soll nun alles in einer großen Explosion enden. Hier schaffte es Alex Dyck als technisch begabter Hausmeister wieder, den bösen Plan zu vereiteln. Er lockt gemeinsam mit dem restlichen Filmteam die Saboteure in eine Falle, in der sie zuletzt nicht nur Todesängste ausstehen müssen.
Herr Henze dankte für einen tollen Abend: "Wir alle haben den spacigen Einblick hinter die Kulissen des Films sehr genossen." Und auch der Kurs selber war sichtlich zufrieden mit seiner Leistung, ebenso wie Frau Reinke, die stolze Kursleiterin. Nicht zu vergessen das Publikum, das das amüsante Geschehen mit Neugier verfolgte und schließlich mit großem Applaus würdigte.

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