Interview mit Herrn Eisenhardt zum Thema Drogen

Interview mit Herrn Eisenhardt zum Thema Drogen

 erstellt am 28.05.2018

Reporter: Wie steht die Schule zu Drogen?
 
Herr Eisenhardt: Drogen sind eine Realität, die wir anerkennen müssen, aber etwas, das in der Schule nichts verloren hat. Deshalb müssen wir immer wieder gucken, was wir tun können, um Drogen möglichst fernzuhalten, auch wenn sie gerade bei den älteren Jahrgangsstufen überall dabei sind.
 
Reporter: Was macht die Schule denn präventiv gegen Drogen?
 
Herr Eisenhardt: Wir besprechen zum einen mit anderen Bünder Schulen, was man tun kann, um das Ganze einzudämmen, damit wir recht schnell merken, wenn irgendwo andere Probleme und Trends aufkommen. Wir haben aber auch ein Präventioncurriculum mit dem wir arbeiten, das heißt, wir versuchen auf der einen Seite darüber zu informieren, was Drogen machen, weshalb Drogen aus unserer Sicht nicht sinnvoll sind, wir versuchen auf der anderen Seite aber auch ganz praktisch Aktionen zu machen, z.B. haben wir die SV mit dabei, die durch die Jahrgänge geht. Wir haben Informationsabende für die Eltern und versuchen dann an ganz vielen Stellen anzugreifen.
 
Reporter: Was denken Sie konkret über Drogen?
 
Ich denke, dass Drogen in der Schule nichts verloren haben. Ich denke, dass es gut ist, dass die Drogen, die verboten sind, verboten sind, dass sie nirgendwo etwas verloren haben sollten und dass man mit anderen Realitäten umgehen muss. Dass man nach Feierabend mal ein bisschen Alkohol trinkt und zuhause auch feiert, ist mit Sicherheit etwas ganz anderes, als wenn Leute hier in der Schule anfangen, Alkohol zu trinken. Dasselbe gilt fürs Rauchen und natürlich, aber da schließt sich der Kreis, ganz besonders für illegale Drogen, die gehen überhaupt nicht.
 
Reporter: Wenn Sie eine Tochter oder einen Sohn hätten, die Drogen nehmen würden, wie würden Sie dann reagieren oder was würden Sie dagegen tun?
 
Herr Eisenhardt: Ich würde hoffen, dass ich dann mit meinem Kind ins Gespräch komme, was diese Drogen ihm bringen, und gucken, ob wir das nicht auch auf eine andere Weise hinkriegen. Gerade die Drogen, bei denen wir uns immer viel Sorgen machen, sind Drogen, die einen hauptsächlich runterbringen, die einen ruhig werden lassen. Das kann man auf viele andere Arten erreichen. Dafü braucht man keine Drogen, denn Drogen haben auf Dauer den Effekt, dass sie dann doch schaden und zwar mächtig schaden, sowohl der persönlichen Entwicklung z.B. den Umgang mit Problemen, als auch dem ganz normalen Alltag, und das kann man vermeiden. Also ich würde mich hinsetzen und sprechen.
 
Reporter: Würden Sie es okay finden, wenn Cannabis legalisiert wird, damit Schmerzen mit einem verschrieben Rezept gelindert werden können?
 
Herr Eisenhardt: Wenn es medizinisch eingesetzt wird, ist es ja heute schon erlaubt, also das gibt es schon in der Palliativmedizin, also wenn man nichts mehr tun kann, um etwas zu heilen, sondern es nur noch darum geht, Schmerzen zu lindern, ist Cannabis schon erlaubt. Das ist sicher eine gute Sache, dann ist es als Medikament verschrieben, das heißt, ein Arzt guckt drauf, über die Apotheke wird das abgegeben. Das finde ich in Ordnung und sinnvoll, ansonsten halte ich wenig davon, weil ich nicht weiß, wo der Nutzen liegen soll.
Es gibt jetzt Leute, die sagen, dann wird das Ganze aus der Illegalität rausgeholt, das heißt man läuft nicht mehr Gefahr, dass man sich z.B. mit anderen Stoffen versetzt das Cannabis kauft und dann in ganz andere Drogensüchte reinkommt. Auf der anderen Seite sehen wir bei Alkohol und Zigaretten aber, dass es nicht dazu führt, dass weniger konsumiert wird, wenn es erlaubt ist, und das ist dann für mich das Argument. Die Frage ist nicht, was schadet es, sondern die Frage ist, was nutzt es, wenn man Cannabis legalisiert, und ich sehe keinen Nutzen, deshalb bin ich dagegen.
 
Reporter: Haben Sie viel zu tun als Beratungslehrer?
 
Herr Eisenhardt: Frau Schnieder und ich haben häufiger mit dem Thema Drogen zu tun. Die, die zu uns kommen, sind aber meist nicht diejenigen, die Drogen nehmen, weil die in dem Moment noch gar nicht merken, dass sie ein Problem haben, sondern das sind die Freunde, die kommen und sagen: „Mein/e Freund/Freundin nimmt jetzt dies und das und ich mach mir da echt Gedanken, weil ich merke, dass die komplett abdreht, aber die selbst kriegt es gar nicht mit und will nicht darüber reden.“ Und dann setzt man sich hin und guckt und sieht zu, wie man in Gespräche kommen kann. Wenn die, die zur Beratung kommen, das wollen, kann man Leute von außerhalb mit rein nehmen. Wir haben z.B. Herrn Holtmann und Frau Liescher. Der Herr Holtmann ist von der Fachstelle Suchtprävention der Diakonie in Herford. Die kommen gerne dazu und sprechen, wenn sie dürfen.
 
Reporter: Vielen Dank für das Interview.
 
Herr Eisenhardt: Bitte sehr.

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