Bericht zu Jugend debattiert (Schulfinale 2023/2024)

Bericht zu Jugend debattiert (Schulfinale 2023/2024)

von Tim Schallenberg erstellt am 21.01.2024

Mit Worten statt mit Fäusten gekämpft – argumentativer Schlagabtausch im STEINwerk
Bei der zwölften Auflage des Wettbewerbs Jugend debattiert, deren Finaldebatte vor der gesamten Jahrgangsstufe 10 im STEINwerk stattfand, bekam das Publikum gutklassige Debatten präsentiert, bei denen vorgegebene, kontroverse Streitfragen von Schüler:innen der Jahrgangsstufe 10 in einem argumentativen Wettstreit jeweils von verschiedenen Seiten beleuchtet wurden. Sieger wurde Mats Hartmann (10b), der das FvSG beim Regionalwettbewerb auf OWL-Ebene vertreten wird.
Die Grundstruktur einer Debatte, argumentative Techniken und Übungen zur Gesprächsfähigkeit lernten die Schüler:innen in den vergangenen Wochen im Rahmen des Politikunterrichts bei Herrn Aufderheide, Frau Brinkmann, Frau Fischer und Frau Mazziotti kennen. Kompetenzen wie freies Sprechen, genaues Zuhören, Positionen anderer einzubeziehen, sich mit der Meinung anderer auseinanderzusetzen und auf einer fairen und sachlich fundierten Ebene zu argumentieren sind zentrale Qualitätsmerkmale einer gelungenen Debatte. Jede Debatte beginnt mit einer zwei Minuten langen Eröffnungsrede, in der jede/jeder Teilnehmer:in die entsprechende Position grundlegend darstellt und begründet. Dann folgt eine zwölfminütige freie Aussprache, in welcher frei debattiert werden kann. Zum Schluss formulieren alle Teilnehmenden eine einminütige Schlussrede, in der die Debatte resümiert und die zentralen Argumente gewichtet werden. Die Pro- und Contra-Seiten werden von jeweils zwei Schüler:innen vertreten, wobei im Sinne der Multiperspektivität gegebenenfalls auch Positionen vertreten werden müssen, die der eigenen nicht entsprechen.
Zunächst wurde von den zwölf Teilnehmer:innen in drei Vorrunden mit folgenden Leitfragen debattiert: Soll an Kinder und Jugendliche gerichtete Werbung für ungesunde Lebensmittel verboten werden? Sollen in der Schule Fähigkeiten vermittelt werden, die für den militärischen Verteidigungsfall relevant sind? Sollen Schönheitswettbewerbe und Modelcastingshows in Deutschland verboten werden? Daraus gingen Mats Hartmann (10b), Pia Kristupeit (10e), Jana Sophie Schnasse (10d) sowie Mirela Mehmeti (10b) als Finalist:innen hervor.
Nach einer kurzen Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter Herrn Ransiek, der in Zeiten von Fake News die hohe Bedeutung fair und sachlich fundiert geführter Debatten für eine funktionierende Demokratie herausstellte, lobte Herr Schallenberg als Moderator der Veranstaltung explizit das Niveau der Vorrundendebatten, bei denen man die akribische Vorbereitung aller gemerkt habe. Er betonte darüber hinaus die Wichtigkeit des Publikums, da Debatten grundsätzlich auch von der Resonanz des Publikums lebten.
Die Jury, bestehend aus Schüler:innen der Qualifikationsphase (Jonas Barkei, Lisa Hölscher, Ida Finkemeier, Kira Gärtner, Leni Schlattmann, Silas Windmann), welche bereits in vergangenen Jahren erfolgreich an dem Wettbewerb teilnahmen, und den Fachlehrerkräften Herrn Aufderheide und Herrn Baumann, bewertete wie in den Runden zuvor nach den vier Kategorien Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.
Die kontroverse Streitfrage des Finales lautete: Soll Mobbing an Schulen härter bestraft werden?
Die Pro-Seite wurde von Mats Hartmann und Pia Kristupeit vertreten, während Jana Sophie Schnasse und Mirela Mehmeti die Contra-Positionen einnahmen. Am Ende der spannenden Debatte zog sich die Jury zur Beratung zurück, um die Siegerin/den Sieger zu ermitteln. Herr Schallenberg verkündete, dass es sich um eine gutklassige Finaldebatte gehandelt habe, in welcher nur Nuancen die Siegerin/den Sieger ausmachten.
Jana Sophie (4.) und Mirela (3.) überzeugten durch ihre Gesprächsfähigkeit, während Pia (2.) durch starke, auch sprachlich präzise Argumentationsketten eine hohe Überzeugungskraft entfaltete. Das Gesamtpaket war in den Augen der Fachjury in der Finaldebatte bei Mats am besten, der nicht zuletzt die Argumente der Contra-Seite mit einprägsamen Formulierungen sprachlich sehr eloquent und souverän entkräften konnte und nicht zuletzt aufgrund seiner starken Sachkenntnis den Sieg erringen konnte.
Mats und Pia werden das FvSG beim Regionalwettbewerb in Detmold vertreten, der am 22.02.2024 im Großen Saal der Bezirksregierung stattfinden wird. Jana Sophie und Mirela fungieren dabei als Ersatzkandidat:innen.

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