Ein Bünder Debattier-Talent

Ein Bünder Debattier-Talent

von Joel Beinke (NW) erstellt am 05.03.2020

Beim Wettbewerb „Jugend debattiert“ schickte das Freiherr-vom-Stein Gymnasium zwei Debattanten zum Regionalfinale. Dabei belegt die Schülerin Jette Schlattmann den zweiten Platz.
 
Bünde. Nach dem internen Debattier-Schulfinale schickte das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium zwei Schüler in das Regionalfinale nach Detmold (die NW berichtete). Mit Jette Schlattmann und Felix Brinkmann erhoffte sich die Bünder Schule einen größtmöglichen Erfolg. Auch das heimische Gymnasium am Markt war vertreten. Jette Schlattmann und Felix Brinkmann gingen am zweiten Wettbewerbstag an den Start und debattierten, wie bereits im Schulfinale, über meist sozialkritische Fragen oder aktuelle Probleme. Bevor die beiden Zehntklässler in das Finale einziehen konnten, mussten sie ihre Fähigkeiten in zwei Vorrunden beweisen. Nur die vier besten Debattanten zogen in den Entscheid ein. Wer diese vier Schüler sein sollten, entschied eine Jury, die nicht nur auf den Inhalt achtete, sondern auch die Argumentationsweise bewertete. Schlattmann wurde in der ersten Vorrunde mit der Frage: „Soll die Polizei in Pressemitteilungen die Nationalität der Tatverdächtigen nennen?“ konfrontiert. Für den Wettbewerb typisch wurden die Debattanten zugeordnet. So sollte Schlattmann für die Pro-Seite argumentieren. Die Argumente der Kontrahenten konterte sie damit, dass so die Verbreitung von Falschnachrichten eingeschränkt werden könnte.
In der zweiten Vorrunden-Debatte argumentierte sie für die Contra-Seite auf die Frage, ob die Stadt Detmold durch den Klimawandel den Klimanotstand ausrufen solle. Auch hier argumentierte die Zehntklässlerin überzeugend: „Es wäre das falsche Mittel gegen das große Problem.“ Neben Brinkmann und Schlattmann gab es 14 weitere Mitstreiter an dem Wettbewerbstag. Nach der Entscheidung der Jury war klar: Das Freiherr-vom-Stein Gymnasium hat ein wahres Debattier-Talent nach Detmold geschickt. Jette Schlattmann ließ in der Vorrunde alle anderen Teilnehmer mit Abstand hinter sich und qualifizierte sich so für das Regionalfinale. Unter der Finalfrage, ob sich Jugendliche die tägliche Handynutzung selbst einteilen dürfen, wurde Schlattmann als erste Pro-Debattantin eingeteilt. „Dies ist mit die schwierigste Position bei den Debatten, da sie die Anfangsrede halten muss“, so Lehrer Tim Florian Schallenberg, der das Projekt an der Schule bereits seit sechs Jahren betreut. Dennoch schlug sie sich gut. Mit Fakten und Statistiken verteidigte sie ihren Standpunkt: „Es gibt rund 100.000 handysüchtige Jugendliche in Deutschland, die durch ihre Sucht unter anderem an Schlafstörungen leiden“, argumentierte Schlattmann. Obwohl auch ältere und erfahrenere Schüler teilnahmen, konnte Jette Schlattmann die Jury von sich überzeugen. Sie platzierte sich insgesamt auf dem zweiten Platz und fährt somit, gemeinsam mit der ersten Finalistin Paulina Bauer aus Horn-Bad Meinberg, zum Vorentscheid gegen die 32 besten Debattanten aus ganz Nordrhein-Westfalen nach Oberhausen. Zuvor absolvieren die Schülerinnen und Schüler noch ein dreitägiges Rhetorik-Seminar in der Eifel, um ihre Argumentationsweise zu verbessern: „Neben dem inhaltlichen Aspekt ist die Gestaltung der Argumente mindestens genauso wichtig“, merkte Schallenberg an. Obwohl im vergangenen Jahr Sandra Glaubitz auch bis zum Vorentscheid kam, ist es für Schallenberg eine sehr starke Leistung: „Es wird sehr schwer in Oberhausen werden, weil ja nur noch die besten 32 aus ganz NRW dabei sind.“ Ob es klappt, wird sich am 29. April zeigen: „Das Niveau ist schon wirklich sehr hoch, dort können Kleinigkeiten entscheiden“, so Schallenberg. Falls Jette Schlattmann erfolgreich sein sollte, würde sie am 5. Mai im Landtag in Düsseldorf debattieren, doch das wäre nicht nur für den wettbewerbserfahrenen Lehrer Tim Florian Schallenberg „eine Sensation“.
 
© Neue Westfälische, 02.03.2020. Texte und Fotos aus der Neuen Westfälischen sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

zurück