Sandra Glaubitz (EF) debattiert für Ostwestfalen-Lippe

Sandra Glaubitz (EF) debattiert für Ostwestfalen-Lippe

von Neue Westfälische erstellt am 01.03.2019

Sandra Glaubitz hat den Regionalwettbewerb von „Jugend debattiert“ gewonnen und tritt jetzt sogar auf Landesebene an

Bünde. Sandra Glaubitz ist als Siegerin aus dem Regionalwettbewerb von „Jugend debattiert“ in Detmold hervor gegangen. Für die 15-jährige Debattantin geht es als nächstes nach Kronenburg in die Eifel. Auf die Qualifikation für das Landesfinale bereitet sie sich vor, indem sie an einem Rhetorikseminar teilnimmt. Gemeinsam mit 31 weiteren Gewinnern von Regionalwettbewerben wird Glaubitz dann von professionellen Rhetoriktrainern unterrichtet. Jürgen Flegel ist Lehrer für Sozialwissenschaften am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und wird die Schülerin dabei begleiten. Seit diesem Halbjahr unterrichtet er Schüler der zehnten Klasse auch in dem Wahlfach „Jugend debattiert“. Wichtig ist ihm dabei vor allem: „Dass wir nicht gegeneinander debattieren, sondern miteinander.“ Bei einer guten Debatte ginge es um eine sachliche Auseinandersetzung mit kontroversen Themen. Freiwillige für den Wettbewerb zu finden, sei nicht immer einfach, sagt der Lehrer. Denn vor so vielen Menschen zu sprechen, schrecke die Schüler zunächst einmal ab, meint Flegel. Dem stimmt auch Tim Florian Schallenberg zu. Er ist ebenfalls Lehrer für Sozialwissenschaften und organisiert die Schulwettbewerbe „Jugend debattiert“ am FvSG. „Sandra könnte in Zukunft Vorbild für kommende Debattanten sein. Sie hat auch schon mit 18-Jährigen debattiert, deshalb ist es umso bemerkenswerter, dass sie sich durchgesetzt hat“, sagt Schallenberg. Sandra Glaubitz empfiehlt anderen Schülern: „Das Debattieren ist einen Versuch wert, man sollte sich vom Publikum nicht abschrecken lassen.“ Auch sie möchte später Lehrerin werden. „Durch das Debattieren lernt man auf jeden Fall, vor Leuten zu sprechen“, sagt sie. Die Debattierstunden in der Schule gefallen ihr gut: „Man kann auch mal selber Themen vorschlagen, das macht dann noch mehr Spaß.“ Auf die Wettbewerbe würde sie sich aber zusätzlich auch noch zu Hause vorbereiten. Das nehme aber sehr viel Zeit in Anspruch, sagt Glaubitz: „Ich bin meistens gegen 16 Uhr von der Schule zurück und dann habe ich ja auch noch andere Hobbys. Aber wenn man schon so weit gekommen ist, motiviert das natürlich, noch weiter zu machen.“

Debattiert werden im Unterricht sowie in den Wettbewerben Fragen, die alle Bürger etwas angehen. Glaubitz nennt die Beispielfrage: „Sollen mehr fremdsprachige Filme ohne deutschsprachige Synchronisation gezeigt werden?“ Eine solche Soll-Frage wird allen Teilnehmern von „Jugend debattiert“ immer zwei Wochen vor dem nächsten Wettbewerb mitgeteilt. Die Frage, um die es bei der Qualifikation in Oberhausen am 3. Mai geht, bekommt Glaubitz Mitte März. Dann bereitet sie Argumente zu den beiden Positionen, pro und contra, vor. Debattiert wird immer in Gruppen von vier Personen, zwei übernehmen die Pro- und zwei die Contra Seite. Welche Position Sandra Glaubitz später einnimmt, wird erst kurz vor dem Wettbewerb ausgelost. Die Jury, bestehend aus Lehrern und ehemaligen Gewinnern des Wettbewerbs, vergibt Punkte in vier Kategorien: Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Die vier Schüler mit den meisten Punkten ziehen dann in das Landesfinale am 8. Mai ein, das im Landtag in Düsseldorf ausgetragen wird. Im Hinblick darauf sagt Glaubitz: „Ich möchte das Beste geben, aber das Dabeisein ist mir wichtiger, als weiter zu kommen.“ Ihre Mitschüler seien überrascht von Glaubitz’ Siegesserie gewesen, hätten jetzt aber Respekt vor ihrem Talent. Am Schulalltag ändere ihr Erfolg aber nichts, und das sei ihr auch ganz lieb, meint Glaubitz.

© Neue Westfälische, 07. März 2019

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