Rundbrief des FvSG (Oktober 2003)

von Dr.Claudia Langer

Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Kolleginnen und Kollegen.


Im heutigen Rundbrief, dem ersten im Schuljahr 2003/2004, möchte ich Sie über folgende Punkte informieren:

1. Entwicklung der Schülerzahlen und der Lehrerversorgung
Das Freiherr-vom Stein-Gymnasium zählt zu Beginn dieses Schuljahres 1155 Schülerinnen und Schüler, unsere Schülerzahl ist also weiter angestiegen. Auch unser Kollegium ist gewachsen: bereits im Frühjahr 2003 um vier neue Lehrkräfte: Regis Baumanns (Französisch/Kunst), Simone Laumeyer (Deutsch/Erdkunde), Andrea Schnieder (Deutsch/Religion) und Gorden Thye (Mathematik/Chemie), die wir "unterjährig? als Studienräte einstellen konnten; außerdem wurde zum neuen Schuljahr Norbert Dr.Irmer, der im 2.Halbjahr 1998/99 bei uns Mathematik und Physik unterrichtet hatte, an unsere Schule versetzt. Herr Pfarrer Christian Rasch hat wieder einige Klassen in Religion übernommen. Noch im letzten Halbjahr sind die Referendare Nadine Hinnenthal (Biologie/Chemie), Julia Müller (Deutsch/Geschichte) und Volker Schüte (Sport/Politik) neu an unsere Schule gekommen. Sie alle erteilen in diesem Schuljahr selbstständigen Unterricht. Insgesamt unterrichten gegenwärtig 77 Kolleginnen und Kollegen (inclusive sieben Referendare) an unserer Schule.
Der Unterricht wird in diesem Schuljahr in allen Klassen und Kursen ungekürzt erteilt - das gilt auch für den Religionsunterricht in Klasse 8, in der erstmals für Schülerinnen und Schüler, die sich vom Religionsunterricht abmelden, das Fach "Praktische Philosophie? eingerichtet wurde.

2. Naturwissenschaftlicher Unterricht in der Erprobungsstufe
Regelung für die Jahrgangsstufe 6

Auf der Grundlage unseres Status als Selbstständige Schule hat unsere Schulkonferenz im Juli 2003 beschlossen, unseren Schülerinnen und Schülern in der Erprobungsstufe ein gegenüber der üblichen Stundentafel erweitertes Unterrichtsangebot zu machen. Diese Stundentafel sieht bisher für die Klasse 6 beispielsweise keinen Unterricht in Chemie vor, einem Fach, für das Kinder mit ihrer natürlichen Experimentierfreude in diesem Alter eigentlich besonders motiviert sind. Damit werden Lernchancen vergeben, wie auch das schlechte Abschneiden deutscher Schüler im Bereich Naturwissenschaften in der internationalen PISA-Vergleichsstudie gezeigt hat. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat die Schulkonferenz entschieden, für die Schülerinnen und Schüler unserer 6.Klassen - im Sinne einer kontinuierlichen Weiterführung des naturwissenschaftlichen "Lernens an Stationen? aus Klasse 5 - eine im Zweiwochenturnus stattfindende Doppelstunde "chemische Eperimente? einzurichten.
Regelung für die Jahrgangsstufe 5
Grundsätzlich sieht das im Juli verabschiedete Schulrechtsänderungsgesetz 2003 - als Konsequenz aus PISA - für die Erprobungsstufe eine Neuregelung vor, die ab 2005 für alle Schulen und Schulformen verbindlich ist: "Der Lernbereich Naturwissenschaften wird in den Klassen 5 und 6 integriert unterrichtet? (s.u.). Interessierte Schulen können das Fach schon ab 2003 einführen, in der sog. Pilotphase, dafür erhalten sie Unterstützung und die Möglichkeit, auf die Entwicklung der entsprechenden Lehrpläne Einfluss zu nehmen. Diese Chance haben wir ergriffen, zumal wir in der Förderung der Naturwissenschaften in der Erprobungsstufe schon aktiv sind (s.o.). Außerdem wurde ein Kollege in die Kommission zur Ausarbeitung der entsprechenden Lehrpläne berufen; zwei weitere Kollegen koordinieren die Einführung des Faches in einem Verbund mit 10 anderen Schulen (siehe BLK-Projekt SINUS). So können wir auch als Schulen voneinander lernen - und sitzen gewissermaßen an der Quelle.
Was bedeutet die Einführung des Faches NAWI für unsere 5.Klassen? Nach dem Beschluss unserer Schulkonferenz vom Juli 2003 erhalten sie 4 Stunden (zwei Doppelstunden) NAWI-Unterricht. In diesem Fach werden die drei Fächer Biologie, Chemie, Physik integriert unterrichtet. Das heißt: Ausgehend von konkreten Phänomenen ihrer Lebenswelt (wie z.B.Wasser) lernen unsere Schüler, wie die Fächer Biologie, Chemie, Physik je auf unterschiedliche - aber sich ergänzende Weise - zu ihrer Erklärung beitragen können. Dieser Zugang soll zugleich motivieren und qualifizieren. Denn er soll einerseits die natürliche Entdeckerfreude der Kinder fördern und ihnen andererseits naturwissenschaftliche Methoden, Denk- und Arbeitsweisen sowie eine Vorstellung davon vermitteln, "welche Fragen man mit Naturwissenschaften beantworten kann, und welche nicht? (M.Prenzel) - Naturwissenschaften als "Werkzeug?, um sich die Welt zu erschließen - gerade in diesem Punkt hatten deutsche Schüler besonders schlecht abgeschnitten

3. Schulrechtsänderungsgesetz 2003
Am 8. Juli 2003 hat der Landtag von NRW das Gesetz zur Stärkung von Bildung und Erziehung (Schulrechtsänderungsgesetz) verabschiedet. Es enthält in insgesamt 18 Artikeln Veränderungen von der Primarstufe bis zur Gymnasialen Oberstufe. Über die wichtigsten Regelungen, die auch das Gymnasium betreffen und bereits zum Schuljahr 2003/04 gelten, möchte ich Sie/Euch kurz informieren. In eckigen Klammern habe ich kurze Erläuterungen eingefügt. Der gesamte Text ist auch über das Sekretariat erhältlich. Er ist im Bildungsportal NRW veröffentlicht unter www.bildungsportal.nrw.de>Schule>Neues>.

1. Verpflichtung zur Teilnahme an Maßnahmen der Qualitätssicherung und -entwicklung
Alle Schüler und Lehrer sind z.B. verpflichtet, an Vergleichsuntersuchungen, die von den Schulaufsichtsbehörden angesetzt werden, teilzunehmen.[Damit wird der rechtliche Rahmen für die vorgesehenen zentralen Lernstandserhebungen in Deutsch, Mathematik, Englisch geschaffen.]

2. Information von Eltern volljähriger Schüler
Künftig kann die Schule auch die Eltern volljähriger Schüler über wichtige schulische Vorkommnisse wie z.B. Nichtversetzung, Nichtbestehen einer Abschlussprüfung informieren. Die Schüler sind über die erteilten Auskünfte in Kenntnis zu setzen. [Hierbei handelt es sich offensichtlich um eine Konsequenz aus den tragischen Ereignissen in Erfurt]

3. Ersatzfach bei Befreiung vom Religionsunterricht
Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, nehmen am Fach Praktische Philosophie teil, soweit es an der Schule eingerichtet ist. [Das ist am FvSG gegenwärtig im 8.Jahrgang der Fall.]

4. Schulwechsel
Der Schulwechsel erfolgt am Ende des Schuljahres, nicht des Schulhalbjahres. Nichtversetzte Schüler, die an die Realschule wechseln, werden probeweise in die nächsthöhere Klasse aufgenommen. Die endgültige Entscheidung erfolgt nach 12. Wochen in einer Versetzungskonferenz der aufnehmenden Schule.[Diese Regelung bedeutet insgesamt eine Erleichterung des Übergangs zur Realschule und fördert die Durchlässigkeit der Schulformen.]

5. Lernbereich NAWI, Lernbereichsnote (tritt für alle Schulformen ab 2005 in Kraft)
In den Klassen 5 und 6 wird der Lernbereich Naturwissenschaft künftig integriert unterrichtet. Dementsprechend erhalten die Schülerinnen und Schüler eine "Lernbereichsnote?, die Note wird also nicht für Biologie, Chemie, Physik getrennt ausgewiesen.[Diese Regelungen gelten für uns bereits im jetzigen 5.Jahrgang, s.o.]

6. Individuelle Lern- und Förderempfehlung
"Schülerinnen und Schüler, deren Versetzung gefährdet ist, und ihre Erziehungsberechtigten erhalten am Ende des Schulhalbjahres eine individuelle Lern- und Förderempfehlung. Dasselbe gilt im Falle der Nichtversetzung zum Ende des Schuljahres? (AO SI, § 8a). Ziel dieser neuen Regelung ist es, "die Zahl der Nichtversetzungen zu verringern. Den nichtversetzten Schülerinnen und Schülern soll sie helfen, die Klasse erfolgreich zu wiederholen?. (Gem.Amtsblatt, August 2003)

4. Fördermaßnahmen am FvSG
Bereits im letzten Halbjahr haben wir am FvSG, ausgehend von Untersuchungsergebnissen der ersten INIS-Befragung (siehe Elternbrief 2002) - und im Vorgriff auf die oben genannte Regelung - mit differenzierten Lernstandsrückmeldungen und Fördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler mit Lerndefiziten in einzelnen Fächern begonnen und damit gerade in den mittleren Jahrgängen bis hin in die Klasse 11 gute Erfahrungen gemacht. Auf dieser Basis wollen wir im laufenden Schuljahr in Zusammenarbeit von Lehrern, Schülern und Eltern ein Förderkonzept entwickeln, das auch die Selbstverantwortung für das Lernen stärkt. Von der Fortbildung mit Norm Green, dem kanadischen Schulreformer, die im November stattfindet, erwarten wir uns dafür weitere Impulse und Anregungen.

5. Innerschulische Information und Kommunikation
Der Verbesserung des Informationsaustauschs und damit auch der Zusammenarbeit in der Schule dienen folgende mit Beginn dieses Schuljahres eingeleitete Maßnahmen:

1. Jahresplan und Monatsplan
Ein regelmäßig aktualisierter Jahresplan sowie ein Monatsplan, der sowohl im Lehrerzimmer als auch in den Informationskästen für Schüler aushängt, soll einen schnelleren Überblick über langfristig festgelegte schulische Termine sowie über kurz- bzw. mittelfristig angesetzte schulische Ereignisse und Aktivitäten ermöglichen.Geplant ist, diese Pläne auch auf unserer Homepage zu veröffentlichen.

2. Gesprächsrunden mit Schülerinnen und Schülern
Die folgenden Maßnahmen wurden von Schülerinnen und Schülern auf einer Sitzung des Schülerrats vorgeschlagen. Ich habe sie gerne aufgenommen. Denn auf diese Weise haben unsere Schülerinnen und Schüler mehr als bisher die Möglichkeit, im direkten Kontakt mit der Schulleitung über Entwicklungen informiert zu werden, selbst Rückmeldungen zu geben und so stärker in die Entwicklung "ihrer? Schule einbezogen zu werden:
?Regelmäßiger Informationsaustausch der Schulleiterin mit Klassensprechern
Termin: jeden Donnerstag in der zweiten großen Pause für die Klassensprecherinnen und - sprecher jeweils eines Jahrgangs (Terminplan hängt aus).
?Regelmäßige gemeinsame Sitzungen von SV, Verbindungslehrern und Schulleiterin
Termin: erster Freitag im Monat, 7.Stunde.
?Sprechstunde der Schulleiterin für Schülerinnen und Schüler
Diese Sprechstunde findet ab sofort montags, in der 7.Stunde statt. Ausweichtermine sind selbstverständlich möglich

6.Aktionstage zur Verschönerung unserer Klassenräume ("Beauty Days?), Erneuerung der Fenster
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal allen Schülerinnen und Schülern sowie ihren Klassen- bzw. Kurslehrerinnen und -lehrern und den beteiligten Eltern sehr herzlich für ihren großen Einsatz danken. Wie ein Gang durch unsere Klassenräume zeigt, waren die Aktionstage ein voller Erfolg. Besonders danken möchte ich unserer Schülervertretung, die diese Tage maßgeblich mit organisiert hat. Dass unser 11. Jahrgang (die jetzige Jahrgangsstufe 12) auch die Räume des neuen 5.Jahrgangs mitrenoviert hat, hat nicht nur unsere Jüngsten sehr beeindruckt. Eigentlich hatten alle beteiligten Klassen einen Preis verdient. Der Jury war die Wahl sehr schwer gefallen! Ausgezeichnet wurden schließlich fünf Klassen mit handwerklich besonders gediegenen und mit besonders kreativen Renovierungsarbeiten.
Die Erneuerung der Fenster (inclusive Außenjalousien) an der Westseite des Schulgebäudes ist inzwischen abgeschlossen. Die Räume sind dadurch auch heller und freundlicher geworden. Wegen der Fortsetzung der Renovierung (vorrangig: Nordseite) bin ich mit dem Schulträger weiter im Gespräch.

7. Verkehrssicherheit
Die bevorstehenden Wintermonate bedeuten für unsere Schülerinnen und Schüler, v.a. für diejenigen, die mit dem Fahrrad in die Schule kommen, immer auch eine erhöhte Unfallgefahr. Liebe Eltern, achten Sie v.a. auf eine gut funktionierende Beleuchtung an den Fahrrädern Ihrer Kinder. Auch für Fußgänger empfehlen sich Reflektoren.

Mit allen guten Wünschen für das neue Schuljahr!

Claudia Langer



8. Wichtige Termine

a) Bewegliche Ferientage: Mo., 16.02.04 u. Di., 17.02.04 (2 Tage zwischen den Halbjahren)
Fr., 21.05.04 (Tag nach Fronleichnam)
Fr., 11.06.04 (Tag nach Himmelfahrt)

b) Ferienregelung für Nordrhein-Westfalen im Schuljahr 2003/2004
HerbstMo., 20.10.2003Fr., 31.10.2003
WeihnachtenMo., 22.12.2003Di., 06.01.2004
Ostern 2004Mo., 05.04.2004Sa., 17.04.2004
Sommer 2004Do., 22.07.2004Sa., 04.09.2004

c) Wichtige innerschulische Termine im November/Dezember 2003
(Auszug aus dem Jahresplan):
Do., 04.11.03 (19.30 h) Eltern-Lehrer-Gesprächskreis 5. Jahrgang
Do., 20.11.03 (16.00-19.30 h) u. Fr., 21.11.03 (8.00-12.30 h) Elternsprechtag
Sa., 15.11.03 Mathe-Olympiade (Kreismeisterschaft)
Fr., 28.11.03 (vor dem 1.Advent) Adventsnachmittag
Do., 18.12.03 Weihnachtskonzert in der Kreuzkirche

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