
Kooperation mit Modellcharakter
Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Kooperationsvereinbarung gehen die Eickhofschule Hiddenhausen, das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Bünde und der Verein Werrepiraten e.V. einen neuen Weg in der schulischen Bildungsarbeit. Ziel der Zusammenarbeit ist es, erlebnispädagogische Lernformate langfristig zu verankern und inklusive Bildungsprozesse aktiv zu gestalten.
Im Zentrum der Kooperation steht die gemeinsame Entwicklung und Durchführung von erlebnispädagogischen Angeboten – insbesondere einer schulübergreifenden Kajakfahrt, die erstmals im Sommer 2026 stattfinden soll. Dabei begegnen sich Schülerinnen und Schüler beider Schulen in einem gemeinsamen Lern- und Erfahrungsraum, der bewusst außerhalb des klassischen Unterrichts liegt.
Die Eickhofschule als Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung bringt dabei eine besondere Perspektive ein: In praxisnahen Situationen – etwa im Camp oder auf dem Wasser – werden Fähigkeiten sichtbar, die im schulischen Alltag oft im Hintergrund stehen. Gleichzeitig eröffnet die Zusammenarbeit mit dem Gymnasium neue Begegnungen, die von gegenseitigem Lernen und einem Perspektivwechsel geprägt sind.
Ein zentrales Element bildet die Einbindung von sogenannten PEER-Trainerinnen des Werrepiraten e.V. Hierbei übernehmen ehemalige Schülerinnen und Schüler der Eickhofschule, die inzwischen als lizenzierte Trainerinnen ausgebildet sind, Verantwortung in der Anleitung und Begleitung. Diese Rollenverschiebung – vom Lernenden zum Anleitenden – ist bewusst gewollt und stärkt Selbstwirksamkeit sowie gegenseitige Anerkennung.
Möglich wird dies auch durch die Unterstützung der Picciolo-Stiftung für Kinder und Jugendliche, die das PEER-Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren fördert und so die strukturelle Grundlage der Kooperation mitträgt – darunter etwa die Anschaffung eines gemeinsamen Pavillons, der als sichtbares Symbol für das Zusammenkommen beider Schulen und des Vereins steht.
Die Kooperation versteht sich als Pilotprojekt mit Modellcharakter. Sie verfolgt das Ziel, inklusive Bildung nicht nur strukturell, sondern vor allem durch konkrete gemeinsame Erfahrungen umzusetzen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen ausgewertet und perspektivisch für eine langfristige Verstetigung und Weiterentwicklung genutzt werden.
Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung wird somit ein Rahmen geschaffen, der über einzelne Projekte hinausgeht: hin zu einer nachhaltigen Zusammenarbeit, die Bildung als gemeinsamen, aktiven Prozess begreift.