Leitbild Nachhaltigkeit

Leitbild Nachhaltigkeit

 erstellt am 04.09.2025

Mission und Vision
Das FvSG will mit einem Konzept zur nachhaltigen Entwicklung einen pädagogischen und institutionellen Beitrag zur Transformation der Gesellschaft leisten und damit gleichzeitig die lokale Zukunftsfähigkeit sichern. Unser Nachhaltigkeitsverständnis beruht auf einem ethischen Ordnungs- und Handlungsprinzip, welches
  • die Achtung der Menschenwürde und der Menschenrechte,
  • den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen,
  • lokales und globales Denken,
  • inter- und intragenerationelle Gerechtigkeit, sowie
  • eigenverantwortliche und partizipative Lernprozesse erfordert.
 
Nachhaltigkeit wird nicht als einmaliger Endzustand aufgefasst, sondern ist ein Prozess im Sinne einer „nachhaltigen Entwicklung“. Dieser besteht in permanenten Such-, Lern- und Gestaltungsaktivitäten in al- len Lebensbereichen, damit die erwünschten und auch unerwünschten Folgen von Entscheidungen folgende Perspektiven berücksichtigen: Sie sollen
  • ökologisch tragfähig sein, d.h. sie dürfen den Bestand der globalen Ökosysteme nicht gefährden,
  • sozial gerecht sein – innerhalb der heutigen Generationen, aber auch in der Zukunft, damit kommenden Generationen eine Ressourcenbasis für die selbstbestimmte Wahl der Gestaltung ihrer Lebensverhältnisse erhalten bleibt,
  • lokale und globale Perspektiven berücksichtigen und die örtliche und internationale Vernetzung mit Schulen (Europaschule) und außerschulischen Akteuren fördern,
  • die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht gefährden und dabei Fragen der Existenzsicherung, Bedürfniserfüllung und eines angemessenen Wohlstands auf globaler, regionaler und lokaler Ebene berücksichtigen sowie
  • kritisches und kreatives Denken sowie die kulturelle Vielfalt fördern.

Auf dieser Basis gründet das FvSG sein Leitbild für eine nachhaltige Entwicklung auf die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen sowie auf § 2 Abs. 2 und 6 des nordrhein-westfälischen Schulgesetzes.
 
Die 17 in den SDGs formulierten Ziele lassen sich gemeinsam nur durch die Schaffung von Wissen und der systematischen Vermittlung von Kompetenzen erreichen. Die spezifische Kombination von natur-, geistes-, kultur-, sozial- und informationswissenschaftlichen Fächern am FvSG stellt die Grundlage für die erforderliche Bildungsaufgabe dar. Diese fachliche Ausrichtung ermöglicht es spezifische Akzente zu setzen, die ggf. durch außerschulische Kooperationen erweitert und gestärkt werden können.
 
Folgende Leitgedanken liegen laut Schulgesetz dem nordrhein-westfälischen Verständnis einer Bildung für nachhaltige Entwicklung zugrunde:
  • BNE zielt darauf ab, dass Kinder und Jugendliche daran mitwirken können, Zukunft im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu gestalten, d.h. dazu beitragen können, eine sozial gerechte, wirtschaftlich erfolgreiche, ökologisch verträgliche, kulturell vielfältige und demokratische gesell- schaftliche Entwicklung zu befördern und heute lebenden ebenso wie nachfolgenden Generationen ein chancengerechtes und selbstbestimmtes Leben in Frieden zu ermöglichen.
  • BNE in der Schule hat die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, die hierfür notwendigen fachlichen und überfachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben. Sie befähigt Schülerinnen und Schüler, dass sie die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt reflektieren, verstehen und eigenverantwortliche, zukunftsfähige Entscheidungen treffen können – für die eigene Person und die Gesellschaft, auch im Wissen um deren globale Auswirkungen.
Merkmale von BNE-Lernprozessen
Die Merkmale von BNE-Lernprozessen umfassen Hinweise für die Auswahl von Themen und Fragestellungen und die Art und Weise der Auseinandersetzung damit im Unterricht. Sie sollen Lehrerinnen und Lehrern eine Orientierung für die Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen bieten.
 
  1. BNE-Lernprozesse sind dadurch charakterisiert, dass sie exemplarisch relevante Fragestellungen bzw. Themen aus dem gesellschaftspolitischen und fachwissenschaftlichen Diskurs in ihrer historischen, gegenwärtigen und potentiell zukünftigen Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung aufgreifen.
  2. BNE-Lernprozesse zeichnen sich dadurch aus, dass sie mehrere Dimensionen wie die ökologische, ökonomische, soziale, kulturelle sowie die politische Dimension und ihre Interdependenz berücksichtigen.
  3. BNE-Lernprozesse sind durch multiperspektivische Betrachtungsweisen hinsichtlich unterschiedlicher Denkweisen, fachlicher Zugänge und Narrative, Räume (von lokal bis global), zeitlicher Perspektiven und Interessenlagen gekennzeichnet.
  4. BNE-Lernprozesse beruhen auf systemischem Denken und zielen darauf ab, sowohl fachlich als auch überfachlich vernetztes Wissen zu erwerben. Dabei sollte die Begrenztheit (heutigen) Wissens und (heutiger) Erkenntnisse reflektiert und dem Prozesscharakter nachhaltiger Entwicklung Rechnung getragen werden.
  5. Die Verwirklichung nachhaltiger Entwicklung geht einher mit Unsicherheiten, Widersprüchen und Risiken, welche zu Zielkonflikten und zu persönlichen Dilemmata führen können. Deshalb zielen BNE-Lernprozesse darauf ab, Erkenntnisse zu gewinnen und zu überprüfen, Diskurse zu führen sowie bei der Entwicklung intelligenter Lösungen kreative Wege zu gehen.
  6. BNE beruht wesentlich auf eigenverantwortlichen und partizipativen Lernprozessen. Dies erfolgt mit Methoden und Arbeitsweisen, die zukunftsgerichtete Planungs- und Gestaltungsprozesse fördern.
Nachhaltigkeit umfasst viele Facetten. Die Basis unseres gemeinsamen Handelns als Schule stellt unser Leitbild dar. Die verschiedenen Maßnahmen der unterschiedlichen Themenbereiche teilen wir in drei Kategorien ein:
  1. feste Vorgaben der Schule (z.B. im Bereich der Mülltrennung oder Pausenregeln)
  2. mehrheitsfähige Beschlüsse (z.B. perspektivisch: Ecosia als Browser)
  3. ausdrückliche Empfehlungen (z.B. Alternativen zu Geburtstagsausgaben von Schüler*innen)

Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie
Um aufbauend auf dem Leitbild die Nachhaltigkeitsstrategie für das FvSG weiter zu entwickeln, gibt es offene Arbeitsgruppen, um Vorschläge für genannten Bereiche einzubringen. Dabei werden Ziele entwickelt, mögliche Maßnahmen gesammelt und Indikatoren gesucht, an denen der Erfolg einer Maßnahme messbar ist. In diesen AGs ist jede*r Interessierte eingeladen, mitzuwirken. Wenn Sie sich beteiligen möchten, wenden Sie sich gerne an Nachhaltigkeit@fvsg-buende.de
Neben den genannten AGs gibt es das Team Nachhaltigkeit. Die Vorschläge der einzelnen AGs werden im Team Nachhaltigkeit zusammengeführt und sollen schließlich in einem konkreten Strategie-Entwurf auf den Gremienweg gebracht werden.

Das Leitbild Nachhaltigkeit wurde vom Team Nachhaltigkeit erstellt und im Juli 2025 von der Schulkonferenz verabschiedet.

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